Igor Levit kämpft mit Schostakowitsch gegen wachsenden Antisemitismus in Europa
Igor Levit kämpft mit Schostakowitsch gegen wachsenden Antisemitismus in Europa
Der Pianist Igor Levit zählt seit langem zu den prägendsten Persönlichkeiten der klassischen Musik. Nun prägen sein jüdisches Erbe und sein Engagement gegen Antisemitismus seine jüngsten Projekte. Vom 17. bis 22. Oktober widmet er dem Komponisten Dmitri Schostakowitsch im Wiener Musikverein eine Konzertreihe – eine Hommage an einen Künstler, der unter Stalins Regime verfolgt wurde.
Die bevorstehende Reihe beginnt mit Maurice Ravels Kaddisch, einer Vertonung des jüdischen Trauergebets. Die Wahl spiegelt Levits tiefe Sorge über den wachsenden Antisemitismus in Europa wider – ein Thema, das für ihn seit den Hamas-Angriffen auf Israel im Oktober 2023 noch persönlicher geworden ist.
Levits Karriere erstreckt sich über mehr als ein Jahrzehnt an der Spitze der klassischen Musikszene. Doch seine Rolle als Aktivist ist mittlerweile genauso prägend. 2020 erhielt er das Bundesverdienstkreuz sowie eine Auszeichnung des Internationalen Auschwitz-Komitees für sein Engagement für die Menschenrechte. Sein Einsatz wurde erneut deutlich, als er Anfang dieses Jahres bei der Eröffnung der Münchner Reichenbach-Synagoge spielte. Dort hielt Bundeskanzler Friedrich Merz eine emotionale Rede, die ihn sichtbar zu Tränen rührte.
Der Pianist hat sich auch zu jüngsten Kontroversen in der Musikwelt geäußert. Im Februar 2024 sah sich der israelische Dirigent Lahav Shani mit Protesten konfrontiert, die zur Absage seines Konzerts in Belgien führten. Levit verurteilte die Entscheidung als "vorauseilenden Gehorsam gegenüber dem Pöbel" und schloss sich damit der Meinung von Staatsoperndirektor Serge Dorny an. Die Münchner Philharmoniker hingegen hielten zu Shani und bekräftigten ihre Unterstützung trotz der Kritik. Levit bezeichnete den Vorfall als Teil eines größeren Musters aus Feigheit und Opportunismus, das den Antisemitismus in Europa weiter anheizt.
Für Levit war die Absage kein Einzelfall, sondern Symptom tieferliegender Probleme. Zwar anerkennt er die Aufrichtigkeit von Persönlichkeiten wie Merz, warnt jedoch vor den zunehmenden Bedrohungen, denen jüdische Gemeinden ausgesetzt sind. Seine eigenen Konzerte tragen nun eine zusätzliche Bedeutung – sie verbinden künstlerischen Anspruch mit einem Appell zur Wachsamkeit gegen Hass.
Die Schostakowitsch-Reihe im Musikverein findet vom 17. bis 22. Oktober statt. Levits Programm – beginnend mit Ravels Kaddisch – ist sowohl eine musikalische Aussage als auch eine Reaktion auf die aktuellen Spannungen. Seine Arbeit bleibt eine Brücke zwischen Kunst und Aktivismus, die sich mit Antisemitismus in der Sprache der Musik auseinandersetzt.
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