07 April 2026, 18:14

Wie ARD und ZDF mit persönlichem Storytelling junge Zuschauer gewinnen wollen

Schwarze-weiße Titelseite einer deutschen Zeitung vom 13. November 1939 mit der Überschrift 'Weitpreubliche Zeitung', die eine Gruppe von Menschen in traditioneller deutscher Tracht in einer feierlichen Szenerie zeigt.

Wie ARD und ZDF mit persönlichem Storytelling junge Zuschauer gewinnen wollen

ARD und ZDF setzen auf neue Reportageformate, um jüngere Zuschauer zu gewinnen

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Die öffentlichen Rundfunkanstalten ARD und ZDF führen frische Reportagestile ein, um ein jüngeres Publikum anzusprechen. Formate wie VOLLBILD oder PULS Reportage setzen dabei auf persönliches Storytelling, bei dem die Reporter:innen im Mittelpunkt stehen – ein deutlicher Bruch mit dem traditionellen Journalismus, der Objektivität in den Vordergrund stellt.

Das Ziel ist es, durch Authentizität und emotionale Nähe eine stärkere Bindung zum Publikum aufzubauen. Doch erste Trends deuten darauf hin, dass zu viele ähnliche, ich-zentrierte Formate ihren Reiz verlieren könnten.

Eine Studie hebt fünf Formate hervor, die diese Entwicklung prägen: VOLLBILD, exactly, Ultraviolett stories, Crisis – Hinter der Front und PULS Reportage. Alle setzen auf die Perspektive der Reporter:innen und verbinden persönliche Erfahrungen mit dem Thema. Dieser Stil kommt besonders bei jungen Zuschauer:innen an, die nach nahbaren, emotional aufgeladenen Inhalten suchen.

Doch die wachsende Zahl solcher Formate birgt die Gefahr von Wiederholungen. Manche wirken austauschbar, greifen ähnliche Themen auf und verlieren an Eigenständigkeit. Wenn die Stimme der Reporter:innen die eigentliche Geschichte überlagert, rückt das zentrale Thema in den Hintergrund.

Die öffentlichen Sender stehen nun vor einer Herausforderung: Sie müssen Authentizität wahren, ohne journalistische Sorgfalt zu vernachlässigen. Die Studie zeigt, dass der Trend zu "Erzähler:innen in der ersten Person" bleiben wird. Entscheidend für den Erfolg wird sein, nicht nur den richtigen Erzählstil, sondern auch die passenden Geschichten zu finden.

Jüngere Zuschauer:innen begrüßten die persönlichen, fesselnden Formate zunächst wegen ihrer Frische. Doch mit der zunehmenden Flut ähnlicher Angebote mehren sich Anzeichen von Ermüdung. Die Zukunft dieser Sendungen könnte davon abhängen, emotionale Nähe mit starkem, abwechslungsreichem Content in Einklang zu bringen.

Für ARD und ZDF ist die Aufgabe klar: Das Storytelling muss packend bleiben, ohne dass die Präsenz der Reporter:innen die Fakten überdeckt.

Quelle