Watzke will BVB-Präsident werden – nach Jahren der Machtkämpfe und Sponsorenstreits
Julian NetteWatzke vor der Wahl: "Dinge, die mich belastet haben" - Watzke will BVB-Präsident werden – nach Jahren der Machtkämpfe und Sponsorenstreits
Hans-Joachim Watzke, seit zwei Jahrzehnten Vorstandschef von Borussia Dortmund, kandidiert nun für das Amt des Club-Präsidenten. Die Wahl folgt auf monatelange interne Spannungen, darunter Machtkämpfe und Streitigkeiten über Sponsorenverträge. Seine Bewerbung erfolgte, nachdem der amtierende Präsident Reinhold Lunow sich im August aus dem Rennen zurückgezogen hatte.
Watzke betrachtet die Präsidentschaft seit Langem als krönenden Abschluss seiner Karriere. Doch die vergangenen sechs Monate waren für ihn turbulent – geprägt von Führungskonflikten und Kritik an seinen Entscheidungen. Ein zentraler Streitpunkt war der Sponsoringvertrag mit Rheinmetall, den er unterzeichnete, der später jedoch auf Widerstand anderer Funktionäre stieß.
Die Mitglieder hatten bereits auf der Generalversammlung 2024 eine Verlängerung des Rheinmetall-Vertrags abgelehnt. Dennoch gab es innerhalb des Vorstands keine offene Uneinigkeit über das Abkommen. Der aktuelle Vertrag läuft bis 2026, und Watzke plant, die Angelegenheit auf der Versammlung in jenem Jahr erneut aufzugreifen.
Ein weiterer Zankapfel war Watzkes Umgang mit Missbrauchsvorwürfen gegen einen ehemaligen BVB-Mitarbeiter aus den 1990er-Jahren. Er wies die Kritik zurück und verteidigte sein Vorgehen. Lunow, der zunächst für eine Wiederwahl angetreten war, zog sich unterdessen im August zurück und ebnete Watzke damit den Weg.
Seither haben die beiden Männer das Gespräch gesucht und arbeiten an einer Versöhnung. Der Verein blickt nun auf einen Führungswechsel nach zwei Jahrzehnten unter Watzkes geschäftsführender Ägide.
Die Präsidentschaftswahl markiert einen Neuanfang für Borussia Dortmund. Ein möglicher Sieg Watzkes würde einen langgehegten Traum erfüllen, während der Club gleichzeitig weiterhin über Sponsoringfragen und Governance diskutieren muss. Das Ergebnis wird die Zukunft des BVB über Jahre hinweg prägen.






