Smartphone-Verbote an Schulen: Bundesländer setzen auf unterschiedliche Strategien
Albin KeudelSmartphone-Verbote an Schulen: Bundesländer setzen auf unterschiedliche Strategien
Bundesländer gehen unterschiedliche Wege beim Umgang mit Smartphones in Schulen
Während einige Länder strikte Verbote einführen, setzen andere auf freiwillige Leitlinien oder altersabhängige Beschränkungen. Die Debatte spiegelt wachsende Bedenken hinsichtlich der Bildschirmzeit und deren Auswirkungen auf Schülerinnen und Schüler wider.
Hessen führt als erstes Bundesland ein umfassendes Smartphone-Verbot ein Ab den Sommerferien 2026 dürfen Schüler auf dem Schulgelände keine privaten Smartphones, Smartwatches oder anderen digitalen Geräte mehr nutzen – es sei denn, sie werden für Unterrichtszwecke eingesetzt. Die neue Regelung, die im Schulgesetz verankert wird, ist bundesweit die erste ihrer Art.
Baden-Württemberg verschärft die Regeln ab dem Schuljahr 2025/26 Eine geplante Änderung des § 23 Abs. 2b SchG soll Schulen klare Vorgaben an die Hand geben, darunter Musterregelungen und FAQs zur altersgerechten Nutzung. Sachsen hat sein bestehendes Verbot ausgeweitet: Ab dem nächsten Schuljahr gilt es für alle Schüler bis zur 8. Klasse.
Nordrhein-Westfalen setzt auf schulinterne Lösungen Über 98 % der Schulen haben bereits eigene, wenn auch nicht rechtlich bindende Regelungen eingeführt. Weiterführende Schulen halten sich vollständig daran, Grundschulen zu 96 %. Zudem gilt in NRW ein absolutes Rauchverbot – auch für volljährige Berufsschüler.
Niedersachsen lehnt pauschale Verbote ab Stattdessen wirbt das Land für freiwillige Empfehlungen mit Zonen- und Altersmodellen. Der Bildungsminister schlug vor, "Handyzonen" einzurichten – ähnlich den früheren Raucherbereichen. Die offiziellen Bildschirmzeit-Empfehlungen raten bereits zu Grenzen: 30 Minuten für 7- bis 8-Jährige, 45 Minuten für 9- bis 10-Jährige. Die Schulbehörden betonen, dass der Umgang mit Geräten eine pädagogische Aufgabe sei – und keine polizeiliche.
Neue Regelungen zeigen unterschiedlichen Umgang mit digitalen Ablenkungen Manche Länder setzen auf harte Verbote, andere auf flexible Leitlinien. Die Änderungen treten in den nächsten zwei Jahren in Kraft, während Schulen ihre Regeln entsprechend anpassen.






