Pflegenotstand in Düsseldorf und Mönchengladbach: Wenn Bewohner:innen selbst Hand anlegen müssen
Julian NettePflegenotstand in Düsseldorf und Mönchengladbach: Wenn Bewohner:innen selbst Hand anlegen müssen
Pflegeheime in Düsseldorf und Mönchengladbach kämpfen mit massivem Personalmangel – während der Bedarf an Langzeitpflege steigt
In den Pflegeheimen von Düsseldorf und Mönchengladbach herrscht akuter Fachkräftemangel, während die Nachfrage nach langfristiger Betreuung kontinuierlich ansteigt. Im Caritas-Seniorenheim in Mönchengladbach-Holt greifen sogar einige Bewohner:innen mit an, wo es möglich ist. Um die Situation zu entschärfen, werben manche Pflegeanbieter inzwischen gezielt Fachkräfte aus dem Ausland an – darunter zwei neu eingestellte Pflegekräfte aus den Philippinen.
Mönchengladbach verzeichnet eine der höchsten Quoten pflegebedürftiger Menschen in Deutschland: Mehr als jede:r Zehnte ist hier auf Leistungen der Pflegeversicherung angewiesen. Dieser Trend hängt auch mit der Arbeitertradition der Stadt und ihrer Vergangenheit als Textilstandort zusammen. Fast 90 Prozent der Betroffenen werden derzeit zu Hause versorgt, doch Prognosen zufolge wird der Bedarf bis 2050 um ein Drittel steigen.
Das Caritas-Pflegeheim in Mönchengladbach-Holt hat mit langen Wartelisten zu kämpfen, da viele Bewohner:innen intensive Betreuung benötigen. Der Personalmangel ist mittlerweile so gravierend, dass einige von ihnen bei alltäglichen Aufgaben mithelfen. Als Gegenmaßnahme hat die Einrichtung zwei neue Pflegefachkräfte aus den Philippinen eingestellt, um die Belastung zu verringern.
Helmut Wallrafen vom Mönchengladbacher Sozialamt betont die Notwendigkeit einer stärkeren, quartiersnahen Versorgung. Gleichzeitig fordert er eine bessere Vernetzung zwischen professionellen Diensten und ehrenamtlichen Strukturen. Auch Düsseldorf – wo ebenfalls jede:r Zehnte auf Langzeitpflege angewiesen ist – setzt auf ähnliche Lösungsansätze, darunter die internationale Rekrutierung von Fachkräften.
Der wachsende Pflegebedarf in beiden Städten zwingt die Träger dazu, vermehrt Personal aus dem Ausland anzuwerben. Wallrafen unterstreicht, wie wichtig nachhaltige, gemeinwesenorientierte Pflegekonzepte sind, um die Versorgung langfristig zu sichern. Ohne weitere Maßnahmen werden die Personalengpässe und Wartelisten angesichts der alternden Bevölkerung jedoch voraussichtlich bestehen bleiben.






