26 March 2026, 04:10

Chefkets Berliner Konzert abgesagt: Antisemitismus-Vorwürfe entfachen Debatte über Kunst und Politik

Ein detailliertes Plakat mit einer Karte von Israel und Palästina, das Städte, Flüsse und Konfliktzonen mit erklärendem Text zeigt.

Antisemiten vs. Zionazis: Warum Jan Böhmermanns Misserfolg spektakulär war - Chefkets Berliner Konzert abgesagt: Antisemitismus-Vorwürfe entfachen Debatte über Kunst und Politik

Ein geplantes Konzert des deutschen Rappers Chefket im Berliner Haus der Kulturen der Welt (HKW) wurde nach heftiger Kritik abgesagt. Die Veranstaltung, Teil der Reihe Die Möglichkeit der Irrationalität von Jan Böhmermann, sollte am 7. Oktober stattfinden, stieß jedoch auf Widerstand wegen früherer Äußerungen und Symbolik des Künstlers. Kritiker warfen Chefket Antisemitismus vor und verwiesen auf Social-Media-Posts, in denen er ein T-Shirt mit einer Karte trug, auf der Israel fehlte.

Chefkets Musik und öffentliche Stellungnahmen betonen häufig Einheit, Menschenrechte sowie den Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus. Dennoch lösten seine Instagram-Beiträge – darunter das T-Shirt mit einer Darstellung der israelisch-palästinensischen Region ohne Israel – Vorwürfe aus, er leugne Israels Existenzrecht. Die Bild-Zeitung bezeichnete ihn als Verfechter "extrem antiisraelischer Motive", während der Süddeutsche Zeitung-Kolumnist Claudius Seidl behauptete, Chefket lehne Israels Daseinsberechtigung ab.

Kulturminister Wolfram Weimer verurteilte das geplante Konzert als Provokation und erklärte, Antisemitismus dürfe nicht geduldet werden. Unter dem öffentlichen Druck zog Böhmermann die Einladung zurück. Auch andere Künstler sagten ihre Teilnahme ab und begründeten dies mit Unbehagen über die Behandlung des Gaza-Konflikts im Rahmen der Veranstaltung und deren weitere Implikationen.

Bisher gab es keine dokumentierte öffentliche Debatte darüber, wie Chefkets Posts die deutsche Diskussion über den Israel-Palästina-Konflikt seit Oktober 2023 beeinflusst haben. Ein Kommentator argumentierte, dass pauschale Schuldvorwürfe einen differenzierten Dialog und gegenseitiges Verständnis erschweren.

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Die Absage hinterlässt in der HKW-Veranstaltungsreihe eine Lücke ohne Chefkets Auftritt. Auch andere beteiligte Künstler distanzierten sich mittlerweile – sie äußerten Unwohlsein über die Situation. Der Streitfall verdeutlicht die anhaltenden Spannungen zwischen künstlerischer Freiheit, politischer Symbolik und Antisemitismusvorwürfen in Deutschland.

Quelle