Berliner Rolltreppen: Warum die Linkssteher alle auf die Palme bringen
Gerhart HenckBerliner Rolltreppen: Warum die Linkssteher alle auf die Palme bringen
Berlins Rolltreppen haben eine ungeschriebene Regel: Rechts stehen, links gehen. Doch manche ignorieren diese Konvention, indem sie einfach auf der linken Seite verharren und so diejenigen blockieren, die es eilig haben. Diese Gewohnheit ist zu einer kleinen, aber hartnäckigen Nervensache für Pendler in der ganzen Stadt geworden.
Das Problem dreht sich um die sogenannten Linkssteher – Menschen, die regungslos auf der linken Seite der Rolltreppe stehen und andere zwingen, um sie herumzuschlängeln. Viele dieser „Störenfriede“ wirken abgelenkt von ihren Handys, ahnungslos, dass sich hinter ihnen eine Schlange bildet. Für alle, die es eilig haben, entstehen so unnötige Verzögerungen.
Besonders spürbar ist das Problem in Berlin, wo Zeit oft wie die inoffizielle Währung der Stadt erscheint. Die Bewohner hetzen von Terminen zu Straßenbahnen und zurück, doch die Linkssteher verkörpern eine gegensätzliche Gleichgültigkeit. Der Autor argumentiert, dass ihr Verhalten die Rolltreppe zu einem Mikrokosmos der Berliner Widersprüche macht: zwischen Hektik und Lethargie.
Statt die „schnelle Spur“ zu blockieren, schlägt der Autor vor, die Linkssteher sollten einfach die Treppe nehmen. Das würde Platz schaffen für alle, die zügig vorankommen müssen, und den Fluss auf der Rolltreppe erhalten.
Die Debatte um die Rolltreppen offenbart eine kleine, aber bezeichnende Spannung im Berliner Alltag. Die Linkssteher bremsen andere aus und vertiefen so die Kluft zwischen denen, die hetzen, und denen, die es gemütlich angehen lassen. Vorerst bleibt die ungeschriebene Regel bestehen – auch wenn sich nicht alle daran halten.






