Zuckerrüben in Deutschland: Warum Bauern immer weniger anbauen und wie sie kämpfen
Ivana SchleichZuckerrüben in Deutschland: Warum Bauern immer weniger anbauen und wie sie kämpfen
Deutsche Zuckerrübenbauern kämpfen mit sinkenden Preisen, schrumpfenden Anbauflächen und wachsenden Krankheitsrisiken
Seit 2020 ist die mit Zuckerrüben bestellte Fläche um fast ein Viertel zurückgegangen – von 43.000 Hektar auf voraussichtlich rund 34.000 Hektar im Jahr 2025. Die Branche steht unter Druck durch günstigere Importe, schwankende Märkte und neue agrarische Herausforderungen.
Mehrere Faktoren treiben den Rückgang des Rübenanbaus voran: Die Zuckerpreise sind unberechenbar, während die Produktionskosten für Düngemittel und Energie weiter steigen. Zudem haben Änderungen in der EU-Agrarpolitik die Produktionsquoten gekürzt, was die Lage zusätzlich belastet. Gleichzeitig erschweren Schädlinge wie das Rübenvergilbungsvirus sowie extreme Wetterereignisse den Anbau.
Krankheiten wie Stolbur (SBR) und die Cercospora-Blattfleckenkrankheit bleiben eine große Bedrohung. Zwar erhielten einige Fungizide – darunter Badge WG, Coprantol Duo und Recudo – 2026 die volle Zulassung zur Bekämpfung von Cercospora, doch setzen Landwirte für andere Behandlungen weiterhin auf Notfallzulassungen. Diese vorübergehenden Lösungen helfen zwar, Ausbrüche einzudämmen, doch langfristige Strategien wären wünschenswert.
Neue Produkte bringen Entlastung: Das Herbizid Rinpode, das mit einer extrem niedrigen Aufwandmenge von nur 2 Gramm pro Hektar auskommt, zeigt in Versuchen vielversprechende Ergebnisse. Erste Daten deuten darauf hin, dass es den Rübenertrag um 3–7 Prozent steigern und den Zuckergehalt erhöhen könnte. Im Gegensatz zu älteren Herbiziden bekämpft es hartnäckige Unkräuter wie Hirsegräser und Ausfallraps, ohne die Rübenpflanzen zu schädigen. Sein geringer ökologischer Fußabdruck macht es zu einer nachhaltigeren Alternative.
Landwirte passen ihre Methoden an die veränderten Bedingungen an: Starke Regenfälle und Bodenerosion zwingen sie mitunter zu Nachsaaten oder zum Umstieg von Stickstoffdüngung auf mechanische Unkrautbekämpfung. Biostimulanzien und moderne Fungizide gehören mittlerweile zum Standardrepertoire, um Erträge zu sichern und die Qualität zu halten.
Ohne rentable Lösungen könnte der deutsche Zuckerrübensektor weiter schrumpfen – mit Folgen für die heimische Zuckerproduktion und regionale Wertschöpfungsketten. Derzeit helfen neue Pflanzenschutzmittel und angepasste Anbaumethoden den Landwirten, sich gegen die wachsenden Herausforderungen zu behaupten.






