Zoll stoppt Lkw mit riesigen Schmuggeltanks an der Grenze zu Belgien
Ivana SchleichZoll stoppt Lkw mit riesigen Schmuggeltanks an der Grenze zu Belgien
Zollbeamte in Aachen haben Kühltransporter mit übergroßen Kraftstofftanks aufgedeckt. Die Entdeckung reiht sich in eine Serie von Fällen ein, bei denen türkische Spediteure ihre Fahrzeuge umrüsten, um günstigere Dieselpreise in der Heimat auszunutzen. Die Behörden gehen nun verstärkt gegen diese Praxis vor, um Steuerhinterziehung zu verhindern.
Bei Kontrollen im vergangenen Jahr wurden mehrfach nicht normgerechte Kraftstofftanks in Lkw festgestellt. Fahrer hatten die ursprünglichen 235- bis 245-Liter-Tanks durch größere Versionen mit 550 bis 800 Litern Fassungsvermögen ersetzt. Diese Umrüstungen ermöglichten es ihnen, sich mit deutlich günstigerem türkischem Diesel – zu nur 56 bis 70 Cent pro Liter – einzudecken.
Kraftstoff in Standardtanks ist beim Grenzübertritt normalerweise abgabenfrei. Doch nachgetankter Sprit in manipulierten Tanks unterliegt der Energiesteuer und der Einfuhrumsatzsteuer. Die Zollbehörden reagierten mit Nachforderungen und Säumniszuschlägen, um weitere Verstöße abschreckend zu ahnden.
Die Ermittlungen brachten sechsstellige Mehreinnahmen bei der Energiesteuer. Zudem wurde ein größeres Problem aufgedeckt: Steuerhinterzieher nutzen veränderte Tanks systematisch, um Abgaben zu umgehen. Die Maßnahme soll eine Schlupflücke schließen, die Spediteure bisher nutzten, um Spritkosten zu drücken. Künftig wird Kraftstoff in umgerüsteten Tanks voll steuerpflichtig. Zollbeamte überwachen den Grenzverkehr weiterhin gezielt auf ähnliche Verstöße.
