24 March 2026, 02:10

Wohnprojekt in Willich: Warum Anwohner gegen 200 neue Wohnungen kämpfen

Eine große Gruppe von Menschen marschiert auf einer Straße, hält Protestschilder und Banner in der Hand, mit Grünzeug auf der rechten Seite und einem Gebäude im Hintergrund.

Wohnprojekt in Willich: Warum Anwohner gegen 200 neue Wohnungen kämpfen

Pläne für ein neues Wohnprojekt mit 200 Wohneinheiten auf dem 2,9 Hektar großen Moltkedorf-Gelände in Willich stoßen auf starken Widerstand bei Anwohnern. Angesichts des dringenden Wohnraumbedarfs der Stadt umfasst das Vorhaben Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften sowie viergeschossige Wohnblocks in einer Hofanlage. Doch Sorgen über zunehmenden Verkehr, den Verlust von Grünflächen und eine zu hohe Bebauungsdichte haben zu einer wachsenden Petition gegen das Projekt geführt.

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Die ursprüngliche Planung für Moltkedorf sieht eine Mischung aus verschiedenen Wohnformen vor, die über die Moltkestraße erschlossen werden sollen – mit einem einseitigen Ringsystem für den Verkehr. Geplant sind Stellplätze, Garagen und möglicherweise eine Tiefgarage sowie Rad- und Fußwege, die die Krusestraße mit An Liffersmühle verbinden. Zudem beabsichtigt die Stadt, die nahegelegene Flüchtlingsunterkunft Moltkedorf bis Ende des Jahres zu schließen.

Die Anwohner haben jedoch zahlreiche Bedenken geäußert. In einer gemeinsamen Stellungnahme, die bereits rund 1.200 Unterschriften trägt, warnen sie vor mehr Verkehr, Parkplatzmangel und eingeschränkter Zufahrt für Rettungsfahrzeuge. Viele kritisieren, dass die viergeschossigen Gebäude die angrenzenden Kleingärten überragen und eine "hohe Mauer aus Wohnungen" entstehen würde, die Sichtachsen und Privatsphäre beeinträchtigt.

Auch ökologische Aspekte spielen eine Rolle. Anwohner betonen, wie wichtig der Erhalt des Grünstreifens entlang der Moltkestraße 31–35 ist, der als Lebensraum für Tiere und natürliche Barriere dient. Sie hinterfragen, wie der Rückbau öffentlicher Grünflächen – die für das Mikroklima, die Regenwasserspeicherung und die Artenvielfalt entscheidend sind – der Stadt langfristig Kosten sparen soll.

Alternativvorschläge reichen von der Erhaltung der Fläche als Grünzone über eine Nutzung für Gemeinschaftssport bis hin zur Verlegung des Wohnungsbaus auf brachliegende Industrieflächen.

Die Petition gegen das Moltkedorf-Projekt gewinnt weiter an Unterstützung und spiegelt die weitverbreitete Unzufriedenheit mit Umfang und Folgen des Vorhabens wider. Während die Stadt den Wohnungsbedarf gegen Umwelt- und Infrastrukturbedenken abwägt, bleibt die Debatte über die Zukunft des Geländes ungelöst. Die endgültige Entscheidung wird zeigen, ob das Projekt wie geplant umgesetzt oder eine der Alternativen gewählt wird.

Quelle