19 March 2026, 14:14

Westfalen-Lippe kämpft mit bundesweit geringster Hausarzt-Dichte – wer ist schuld?

Eine alte Deutschlandkarte mit hervorgehobenen bayerischen Provinzen, dicht beschriftet mit Text.

Mangel an Hausärzten in NRW: Streit um effektive Maßnahmen - Westfalen-Lippe kämpft mit bundesweit geringster Hausarzt-Dichte – wer ist schuld?

Nordrhein-Westfalens Region Westfalen-Lippe hat bundesweit die wenigsten Hausärzte pro Einwohner

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Aktuelle Zahlen des Bundesärzteregisters zeigen: In der Region Westfalen-Lippe kommen nur noch 61 Hausärzte auf 100.000 Einwohner – der niedrigste Wert unter allen 17 regionalen Ärztekammern Deutschlands. Die Daten haben eine politische Debatte über die Verantwortung für den Ärztemangel ausgelöst.

Die SPD wirft Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) vor, das Problem nicht in den Griff zu bekommen. Lisa-Kristin Kapteinat, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, bezeichnete die Zahlen als "deutliches Zeichen für das Versagen seiner Politik". Laut SPD-Schätzungen von März 2026 fehlen in der Region rund 200 Hausärzte.

Laumann wies die Kritik zurück und verwies stattdessen auf untätige SPD-geführte Landesregierungen in der Vergangenheit. Er betonte ein 2009 gestartetes Förderprogramm, das bereits über 1.000 neue Praxen in unterversorgten Gebieten ermöglicht habe – wobei 80 Prozent der Mittel nach Westfalen-Lippe flossen. Die aktuelle Hausarztquote von 61 pro 100.000 Einwohnern erfülle zwar die offizielle Mindestvorgabe, bleibe aber bundesweit die schlechteste.

Um den langfristigen Mangel zu bekämpfen, führte NRW als erstes Bundesland eine Landarztquote ein. Im Rahmen des Programms haben sich 1.100 Medizinstudierende mit Schwerpunkt Allgemeinmedizin verpflichtet, nach ihrem Abschluss zehn Jahre lang als Hausärzte in der Region zu arbeiten. Aufgrund der langen Ausbildungsdauer werden die ersten dieser Ärzte jedoch erst 2030 in die Praxis starten.

Die Diskussion kommt zu einer Zeit, in der Westfalen-Lippe weiterhin mit Sorgen um die medizinische Versorgung kämpft. Zwar soll die Landarztquote künftige Engpässe mildern, doch bis die Maßnahmen wirken, werden noch Jahre vergehen. Bis dahin bleibt der politische Streit über die Schuldigen ungelöst – beide Seiten geben sich gegenseitig die Verantwortung für die aktuellen Versorgungslücken.

Quelle