Wahlberichterstattung neu gedacht: Bürger:innen bestimmen die Themen statt Politiker:innen
Edit NiemeierWahlberichterstattung neu gedacht: Bürger:innen bestimmen die Themen statt Politiker:innen
Ein neuer Ansatz in der Wahlberichterstattung stellt die Anwohner:innen in den Mittelpunkt der Berichterstattung. Statt sich auf politische Akteur:innen zu konzentrieren, werden hier Fragen und Anliegen direkt aus der Bevölkerung gesammelt. Das von CORRECTIV.StartHub erprobte Projekt soll Wahlnachrichten alltagsrelevanter gestalten.
Der Prozess begann mit der Sicherung interner Unterstützung und der Festlegung klarer Ziele. Die Redaktionen definierten ihre Mission und Zielgruppen, bevor die Initiative startete. Sechs unabhängige lokale Medien beteiligten sich an der Testphase während der Bundestagswahl 2025 in Deutschland und der Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen.
Im Kern ging es darum, die Perspektiven der Bürger:innen einzufangen. Fragen und Sorgen aus der Bevölkerung wurden gesammelt, sortiert und thematisch gebündelt. Daraus entstand eine Bürgeragenda, die als Grundlage für alle redaktionellen Entscheidungen diente.
Inspiriert wurde der Ansatz vom Citizen's-Agenda-Modell aus den USA. Um Vertrauen aufzubauen, erklärten die Redaktionen transparent, wie die Agenda entstand und warum sie diesen Weg wählten. Nach der Erprobung erstellte das Team einen Leitfaden, der anderen Medien helfen soll, eine gemeinwohlorientierte Wahlberichterstattung umzusetzen.
Das Projekt machte die öffentlichen Anliegen zum Fundament der Berichterstattung. Durch die Priorisierung lokaler Stimmen wollten die Redaktionen eine tiefere Verbindung zu ihrem Publikum herstellen. Ein Schritt-für-Schritt-Leitfaden steht nun allen zur Verfügung, die dieses Modell übernehmen möchten.






