Vom bayerischen Dorf zum Samurai-Zentrum: Ein Japaner prägt Lengenwang
Edit NiemeierVom bayerischen Dorf zum Samurai-Zentrum: Ein Japaner prägt Lengenwang
Ryūnosuke Ōtsuka, Samurai-Meister und Leiter der traditionellen Schule Hokushin Ittō-Ryū Hyōhō, verwandelt sein Anwesen in Lengenwang in ein kulturelles Trainingszentrum. Geboren als Markus Lösch, verlegte er 2016 den Hauptsitz der Schule von Tokio nach Deutschland – begründet mit dem wachsenden europäischen Interesse an Samurai-Traditionen. Sein jüngstes Projekt umfasst einen Freiluft-Übungsbereich, einen japanischen Schrein und eine renovierte Scheune für Kampfkünste und kulturelle Veranstaltungen.
Ōtsukas Weg begann in Japan, wohin er mit 18 zog, um authentische Samurai-Traditionen zu studieren. Ursprünglich wollte er Schriftsteller werden und übte zunächst englisches Langbogen-Schießen, bis eine Verletzung seinen Fokus auf Kampfkünste lenkte. Seine Hingabe führte dazu, dass ihn sein Lehrer, Ōtsuka Yōichirō, adoptierte – dessen Familiennamen er heute trägt.
Die Hokushin Ittō-Ryū Hyōhō, 1820 gegründet, zählte einst zu den drei renommiertesten Samurai-Schulen Japans. Unter Ōtsukas Führung expandierte sie in Europa mit Standorten in Deutschland, Italien, Ungarn, Österreich, Polen, der Schweiz, Großbritannien und Japan. Der Umzug nach Deutschland 2016 spiegelte die steigende Nachfrage wider, angetrieben durch Filme, Serien und Videospiele, die die Samurai-Kultur populär machten.
In Lengenwang plant Ōtsuka den Bau eines "Freiluft-Dōjō" und die Ausrichtung von Matsuri, traditionellen japanischen Straßenfesten. Zwar respektiert er bayerische Bräuche, pflegt sie aber nicht selbst – für ihn bedeutet kulturelle Wertschätzung nicht, die eigenen Traditionen aufzugeben. Die alte Scheune des Anwesens wird zu einem Trainingszentrum, das Kampfkunst mit kulturellem Erbe verbindet.
Die Umgestaltung des Anwesens schafft einen Ort für Training und kulturellen Austausch. Ōtsukas Schule wächst weiter und verbindet japanische Tradition mit europäischem Interesse. Die neuen Einrichtungen in Lengenwang werden als Zentrum für Kampfkünste, Feste und Gemeinschaftsveranstaltungen dienen.