Volksbühne Köln vs. Anwohner: Streit um Lärm und Baugenehmigung geht in nächste Runde
Julian NetteNachbarschaftsstreit mit Kölns Volksbühne geht in die nächste Runde - Volksbühne Köln vs. Anwohner: Streit um Lärm und Baugenehmigung geht in nächste Runde
Ein langjähriger Streit zwischen dem Kölner Volksbühne-Theater und einem Anwohner hat eine neue Wendung genommen. Der Fall wurde nun an das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen in Münster zurückverwiesen, wo eine erneute Verhandlung stattfinden soll. Im Mittelpunkt des Konflikts steht eine Baugenehmigung, die den Umbau einer ehemaligen Druckerei in eine Wohnung ermöglicht.
Der Verein Freie Volksbühne hatte die Genehmigung zunächst angefochten und argumentiert, die Theateraktivitäten – einschließlich Aufführungen und nächtlicher Applaus – seien durch bestehende Rechte geschützt. In einem früheren Urteil gab das Münsteraner Gericht dem Verein recht und widerrief die Genehmigung, da die Lärmbelästigung die zulässigen Richtwerte überschritten habe.
Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig überprüfte die Entscheidung später und kam zu dem Schluss, dass sich das Münsteraner Gericht zu stark auf die Lärmpegel konzentriert habe, ohne alle relevanten Fakten ausreichend zu würdigen. Daraufhin wurde der Fall nach Münster zurückverwiesen, um eine gründlichere Prüfung vorzunehmen.
Unterdessen baut die Baufirma Implenia auf einem anderen ehemaligen Druckereigelände in Köln ein gemischt genutztes Wohn- und Gewerbegebiet um – ein Projekt, das unabhängig vom Volksbühne-Streit ist und keine direkte Verbindung zum umstrittenen Gebiet aufweist.
Das Münsteraner Gericht muss nun die Beweislage erneut prüfen, bevor es eine endgültige Entscheidung trifft. Das Ergebnis wird darüber entscheiden, ob der Wohnungsumbau fortgesetzt werden kann oder ob die Theateraktivitäten Vorrang haben. Beide Seiten warten auf ein Urteil, das Präzedenzcharakter für ähnliche Konflikte in der Stadt haben könnte.






