15 March 2026, 20:15

Viersen droht 2026 ein 39-Millionen-Defizit – und die Krise wird noch schlimmer

Ein buntes Papier mit fettem Text und Bildern von verschiedenen, lächelnden Menschen, das eine Parlamentsreform mit Hoffnung und Optimismus darstellt.

Viersen droht 2026 ein 39-Millionen-Defizit – und die Krise wird noch schlimmer

Viersen steht vor einer wachsenden Finanzkrise: Prognosen zufolge droht der Stadt 2026 ein Haushaltsdefizit von 39 Millionen Euro, und ähnliche Fehlbeträge werden mindestens bis 2029 erwartet. Ohne Kurskorrekturen könnte Viersen bis 2031 sogar die Zahlungsunfähigkeit riskieren, da sich die jährlichen Haushaltslücken von 25 bis 35 Millionen Euro weiter auftürmen. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) hat sich nun zu Wort gemeldet und fordert statt Steuererhöhungen strukturelle Reformen, um die Lage zu stabilisieren.

Steigende Kosten belasten den Haushalt massiv: Besonders die Ausgaben für Jugendhilfe und den Kreisumlagebeitrag sind stark angestiegen und treiben das Defizit weiter in die Höhe. Viersen erhebt bereits jetzt die zweit höchsten Gewerbesteuern auf nicht-wohnliche Gebäude im IHK-Bezirk – dennoch werden weitere Anhebungen diskutiert.

Die IHK lehnt Pläne für höhere Betriebssteuern oder eine Erhöhung der Grundsteuer B im Entwurfshaushalt 2027 entschieden ab. Aus Sicht der Kammer würden zusätzliche Abgaben die Wettbewerbsfähigkeit der Stadt schwächen und Investitionen abschrecken. Stattdessen schlägt sie vor, Gewerbegebiete auszuweisen, um die Einnahmen und die wirtschaftliche Dynamik zu stärken.

Zwar begrüßt die IHK die freiwilligen Konsolidierungsbemühungen Viersens, doch bleiben die Personalkosten ein zentrales Problem. Zudem sieht die Kammer ungenutztes Potenzial in der interkommunalen Zusammenarbeit: Gemeinsame Dienstleistungen und schlankere Verwaltungsstrukturen könnten die Ausgaben senken. Bisher gibt es in Nordrhein-Westfalen jedoch keine erfolgreichen Beispiele für solche Kooperationen, um ähnliche Haushaltsnöte zu bewältigen.

Die Vorschläge der IHK zielen auf nachhaltige Lösungen statt auf kurzfristige Steuererhöhungen ab. Durch die Ausweisung weiterer Gewerbegebiete und eine engere Zusammenarbeit mit Nachbarkommunen ließen sich die Haushaltsbelastungen verringern. Ohne Gegenmaßnahmen bleibt die finanzielle Zukunft Viersens jedoch prekär – die Defizite werden sich voraussichtlich noch über Jahre hinziehen.

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