Thyssenkrupp revolutioniert Stahlproduktion mit Wasserstoff-Technologie in Duisburg
Ivana SchleichThyssenkrupp revolutioniert Stahlproduktion mit Wasserstoff-Technologie in Duisburg
Thyssenkrupps Stahlwerk in Duisburg durchläuft einen tiefgreifenden Wandel. Das Unternehmen ersetzt seine Hochöfen durch eine Anlage zur direkten Eisenreduktion (DRI) auf Wasserstoffbasis. Mit diesem Schritt soll der CO₂-Fußabdruck des Standorts in einer der emissionsintensivsten Branchen Deutschlands deutlich verringert werden.
Die Erdarbeiten für die DRI-Anlage begannen Mitte 2024, nachdem eine vorzeitige Genehmigung erteilt worden war. Die Baustelle erstreckt sich über eine Fläche von fast 40 Fußballfeldern und liegt in der Nähe des Kraftwerks Walsum in Duisburg. Die Drees & Sommer SE zeichnet für die Planungsphase verantwortlich, während die SMS Group die Bauleitung übernimmt.
Die Anlage wird mit der Midrex-Flex-Technologie betrieben, die den Einsatz verschiedener Mischungen aus Erdgas und Wasserstoff ermöglicht. Nach der Fertigstellung soll sie jährlich 2,5 Millionen Tonnen kohlenstoffarmes Heißbrikettiertes Eisen (HBI) produzieren. Zudem entstehen über 60 weitere Bauwerke, darunter Betriebsgebäude, ein Büro- und Werkstattkomplex sowie neue Transport- und Lagerinfrastrukturen.
Das Projekt erhält 2 Milliarden Euro an Fördergeldern von der Bundesregierung und dem Land Nordrhein-Westfalen. Erwartet wird eine CO₂-Reduktion von bis zu 3,5 Millionen Tonnen pro Jahr – das entspricht etwa einem Fünftel der aktuellen Emissionen der gesamten deutschen Stahlindustrie.
Die neue DRI-Anlage wird eine Schlüsselrolle bei der Dekarbonisierung des deutschen Stahlsektors spielen. Sie zielt auf eine erhebliche Verringerung der Treibhausgasemissionen in einer Branche ab, die für rund 30 Prozent der industriellen CO₂-Emissionen Deutschlands verantwortlich ist. Die Anlage markiert einen wichtigen Schritt hin zur klimaneutralen Stahlproduktion.






