17 March 2026, 10:10

Streit um teure Medikamente: Laumann und Streeck uneins über Therapien im hohen Alter

Alter Mann sitzt in einem Stuhl und bekommt von zwei maskierten Ärzten in einem Krankenhauszimmer eine Impfung verabreicht, wobei ein Schild und Gegenstände in der Nähe zu sehen sind.

Streit um teure Medikamente: Laumann und Streeck uneins über Therapien im hohen Alter

Zwischen dem nordrhein-westfälischen Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) und dem Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Hendrik Streeck, ist ein Streit über den Einsatz teurer Medikamente bei hochbetagten Patienten entbrannt. Streeck, ein Gesundheitsexperte der CDU, hatte gefordert, klare Leitlinien für die Verordnung solcher Therapien im hohen Alter zu erarbeiten. Laumann wies den Vorschlag jedoch entschieden zurück.

Ausgelöst wurde die Kontroverse durch Streecks Position, wonach bestimmte kostspielige Arzneimittel Patienten in der letzten Lebensphase nicht ohne Weiteres verschrieben werden sollten. Er plädierte für präzisere Regelungen, die deren Einsatz in dieser Altersgruppe steuern.

Laumann entgegnete, dass Entscheidungen über Medikamente allein in der Hand von Ärzten liegen sollten – und nicht in der von Politikern. Eine politische Einmischung in eine "rein medizinische Angelegenheit" lehnte er kategorisch ab.

Bisher gibt es weder in anderen Bundesländern noch auf EU-Ebene eine breitere Debatte zu diesem Thema. Aktuell drehen sich die Diskussionen vor allem um allgemeine Erstattungsregeln für Hochpreis-Medikamente wie Biologika, nicht aber um altersbezogene Einschränkungen.

Der Schlagabtausch zeigt die unterschiedlichen Auffassungen darüber, wie teure Behandlungen für ältere Patienten gesteuert werden sollten. Während Streeck für strengere Vorgaben plädiert, besteht Laumann darauf, die Frage in der ärztlichen Fachkompetenz zu belassen. Vorerst zeichnen sich jedoch keine weitergehenden politischen Konsequenzen ab.

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