Streit um 67. Castor-Transport: Atomabfall erreicht Ahaus unter Protesten
Albin KeudelStreit um 67. Castor-Transport: Atomabfall erreicht Ahaus unter Protesten
Am frühen Mittwochmorgen traf eine Lieferung mit atomarem Abfall in Ahaus ein. Der Transport, bei dem ein Castor-Behälter vom Forschungszentrum Jülich über etwa 170 Kilometer gebracht wurde, erreichte unter strengen Sicherheitsvorkehrungen sein Ziel. Anti-Atomkraft-Aktivisten hatten sich versammelt, um gegen den Konvoi zu protestieren.
Die Aktion war von umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen begleitet. Strahlenschutzteams, Anti-Drohnen-Einheiten und Spezialkräfte sicherten den Behälter. Rund 2.400 Polizeibeamte waren entlang der Strecke im Einsatz, um die Sicherheit zu gewährleisten. Während der Fahrt gab es keine Zwischenfälle.
Bei diesem Transport handelt es sich um den 67. Castor-Transport von den Kernkraftwerken in Neckarwestheim, Philippsburg und Gundremmingen nach Ahaus. Seit dem ersten großen Transport vor fast 28 Jahren stammten 28 Behälter aus Gundremmingen, 22 aus Neckarwestheim und 17 aus Philippsburg.
Die Kritik an den Transporten nimmt zu. Hanna Poddig, die eine Mahnwache organisiert hatte, forderte ein sofortiges Ende aller Atomtransporte, bis ein dauerhaftes Endlager gefunden sei. Auch Oppositionsparteien meldeten sich zu Wort und warfen der Politik vor, der Transport hätte durch politische Entscheidungen vermieden werden können. Kathrin Vogler, Landessprecherin der Linken, ging noch weiter und forderte den Rücktritt von Wirtschaftsministerin Mona Neubaur in dieser Angelegenheit.
Die Landesregierung hat für solche Operationen Grenzen gesetzt: Nicht mehr als drei Castor-Transporte sollen gleichzeitig stattfinden, um die Häufigkeit dieser umstrittenen Lieferungen zu verringern.
Die Ankunft in Ahaus wurde von Protesten begleitet, die die anhaltende öffentliche Ablehnung von Atomtransporten unterstreichen. Die Behörden betonen, dass während des gesamten Einsatzes strenge Sicherheitsprotokolle eingehalten wurden. Die Debatte über Lagerlösungen und politische Verantwortung wird voraussichtlich weitergehen.






