Skandal im Märkischen Kreis: Schweinezuchtbetrieb missachtet Tierschutz massiv
Albin KeudelSkandal im Märkischen Kreis: Schweinezuchtbetrieb missachtet Tierschutz massiv
Schweinemastbetrieb im Märkischen Kreis: Schwere Verstöße gegen den Tierschutz aufgedeckt
Ein Schweinezuchtbetrieb im Märkischen Kreis (Nordrhein-Westfalen) ist wegen gravierender Verstöße gegen den Tierschutz in die Kritik geraten. Verdeckte Videoaufnahmen und behördliche Kontrollen brachten tote Tiere, verletzte Schweine und katastrophale hygienische Zustände ans Licht – die zuständigen Behörden und Zertifizierungsstellen reagierten umgehend mit Konsequenzen.
Die Tierrechtsorganisation Aninova hatte die Missstände auf dem Betrieb zunächst dokumentiert. Ihr untercover gedrehtes Videomaterial, das am 10. Oktober entstanden war, zeigt verletzte Schweine, tote Ferkel sowie heruntergekommene Stallanlagen. Nach der Veröffentlichung auf Instagram erreichte das Material innerhalb kürzester Zeit über eine halbe Million Aufrufe.
Aninova alarmierte daraufhin die Behörden und erstattete Strafanzeige gegen den Betreiber, der zugleich als Geschäftsführer des Rheinland-Nassau Bauern- und Winzerverbandes fungiert. Die Organisation kritisierte diese Doppelfunktion scharf: Während er als Verbandsvorsitzender die Interessen der Landwirtschaft vertrete, verstoße sein eigener Betrieb gegen elementare Tierschutzstandards.
Am 14. Oktober führte das QS-Prüfsystem eine Notfallüberprüfung durch und stellte "inakzeptable Zustände" fest – darunter tote Tiere. Der Betrieb wurde umgehend aus dem Zertifizierungssystem ausgeschlossen. Zudem setzte QS die ursprünglich zuständige Prüferin ab, da Zweifel an der Neutralität der vorherigen Kontrollen bestanden.
Noch am selben Tag führte das örtliche Veterinäramt eine eigene Inspektion durch. Dabei wurden Verstöße gegen Tierschutz- und Hygienevorschriften bestätigt – eine weitere Belastung für den Betrieb, der bereits in der Vergangenheit bei Kontrollen negativ aufgefallen war.
Dem Betreiber drohen nun strafrechtliche Konsequenzen, zudem verlor der Hof seine QS-Zertifizierung. Die für frühere Prüfungen verantwortliche Auditorin darf künftig keine QS-Kontrollen mehr durchführen. Die Ermittlungen der Behörden laufen derweil weiter, während sich der Bauernverband zu den Vorwürfen nicht äußern wollte.






