Schärfere Tierschutzregeln: Wer Viehtransporte organisiert, haftet jetzt streng
Edit NiemeierSchärfere Tierschutzregeln: Wer Viehtransporte organisiert, haftet jetzt streng
Neue Regeln verschärfen die Kontrolle über Tiertransporte und -handel in Deutschland
Die Änderungen sollen Lücken in den Tierschutzstandards schließen, nachdem es in der Vergangenheit wiederholt zu Versäumnissen bei Transporten gekommen war. Wer nun Viehtransporte organisiert, trägt eine strengere Verantwortung für das Wohl der Tiere.
Eine zentrale Neuerung besteht darin, dass der Handel mit Wirbeltieren nicht mehr von der Genehmigungspflicht ausgenommen ist. Bisher konnten einige Händler ohne offizielle Zulassung operieren – diese Schlupflöcher sind nun geschlossen. Ohne vorherige behördliche Genehmigung darf kein Handel mit Nutztieren mehr stattfinden.
Die Partei, die den Transport in Auftrag gibt – ob Käufer, Verkäufer oder Vermittler –, trägt die volle Verantwortung für den Tierschutz während des Transports. Dazu gehören die Auswahl des Transportunternehmens sowie die Festlegung der Transportbedingungen. Selbst wenn die Spediteure alle Vorschriften einhalten, bleibt der Auftraggeber rechtlich für Verstöße gegen das Tierwohl haftbar.
Unternehmen, die mit Tieren handeln – auch wenn sie diese nicht direkt halten oder befördern –, müssen nun strenge rechtliche Anforderungen erfüllen. Dazu zählen die Rückverfolgbarkeit der Tiere, gültige Gesundheitszeugnisse und eine ordnungsgemäße Dokumentation der Lieferketten gemäß Tierseuchengesetz (TierSG) und Tierschutztransportverordnung (TierSchTrV). Zudem schreibt die EU-Verordnung 2016/429 (Tiergesundheitsrecht) Biosicherheitsmaßnahmen und Risikobewertungen entlang der gesamten Lieferkette vor.
Neben den gesetzlichen Pflichten müssen Händler auch allgemeine kommerzielle Vorschriften einhalten, etwa die Gewerbeanmeldung und – falls zutreffend – die Mehrwertsteuerregelungen. Freiwillige Zertifizierungen wie das QS-System für verbesserte Hygiene und Dokumentation bleiben eine Option für diejenigen, die höhere Standards anstreben.
Die Reformen verlagern mehr Verantwortung auf diejenigen, die Viehtransporte organisieren. Eine behördliche Genehmigung ist nun für den gesamten gewerblichen Handel mit Wirbeltieren zwingend erforderlich. Die Einhaltung von Tierschutz-, Gesundheits- und Dokumentationsvorschriften wird künftig streng überwacht, um frühere Versäumnisse zu vermeiden.
EU Animal Transport Reform Stalls – Missing Shadow Report Hinders Progress
Latest reports indicate the EU-wide revision of animal transport regulations remains stalled as of 1 February 2026. A missing shadow report has delayed updates to EU Regulation 2016/429, which Germany's new rules aim to align with. This delay could affect broader reforms that might strengthen or complement national measures for transport welfare.






