Rücktritt des SWB-Chefs Hermes nach Hangelar-Immobilienskandal in Bonn
Branko JüttnerRücktritt des SWB-Chefs Hermes nach Hangelar-Immobilienskandal in Bonn
Olaf Hermes, der Chef der Bonner Stadtwerke (SWB), hat seinen Rücktritt im Zuge eines anhaltenden Immobilienskandals bekannt gegeben. Sein Abschied folgt auf monatelange Kontroversen, nachdem er erstmals mutmaßliche politische Einmischungen bei einem Grundstücksgeschäft auf dem Gelände des Flugplatzes Hangelar aufgedeckt hatte.
Hermes hatte den Skandal im Dezember aufgedeckt und behauptet, lokale Politiker hätten versucht, Druck auf das Stadtwerk auszuüben, um den Kauf des Geländes zu verhindern. Trotz seiner Enthüllungen bekräftigte der Aufsichtsrat der Bonner Stadtwerke sein Vertrauen in ihn und das Führungsteam. Daniel Rutte, Aufsichtsratsmitglied von Bündnis 90/Die Grünen, erklärte, Hermes habe "nichts falsch gemacht", und kritisierte, dass "diejenigen, die Fehler begangen haben, in ihren Ämtern bleiben".
Hermes plant nun, bis zum Sommer zurückzutreten, und betont, dass keine Umstände seine Entscheidung ändern würden. Sein Rückzug erfolgt zu einem kritischen Zeitpunkt für das Unternehmen, das gleichzeitig große Investitionen in die Wärme- und VerkehrsWende in Bonn vorbereitet und gleichzeitig Einsparungen im ÖPNV anstrebt.
Das Unternehmen beabsichtigt, einen vertraulichen Bericht über die mutmaßlichen Einmischungen der Staatsanwaltschaft vorzulegen. Die Ermittlungen haben zudem Fragen aufgeworfen, ob die Interessen eines Bonner Busunternehmers und großen CDU-Spenders eine Rolle in dem Skandal spielten.
Der Rücktritt hinterlässt die Bonner Stadtwerke vor Führungswechseln, während das Unternehmen wichtige Infrastrukturprojekte vorantreibt. Die nächsten Schritte des Versorgers hängen von der Prüfung des vertraulichen Berichts durch die Staatsanwaltschaft und weiteren Erkenntnissen zu den Vorwürfen des politischen Drucks ab.