Renaults Batterie-Revolution: Kreislaufwirtschaft soll Elektroautos effizienter machen
Julian NetteRenaults Batterie-Revolution: Kreislaufwirtschaft soll Elektroautos effizienter machen
Renault revolutioniert seine Batterie-Lieferkette mit Fokus auf Kreislaufwirtschaft und Effizienz. Der Automobilhersteller behandelt Batterien künftig nicht mehr als Wegwerfkomponenten, sondern als hochwertige Vermögenswerte. Ein zentrales Element ist ein Batterie-Wechselsystem, das Fahrzeuge länger auf der Straße halten und Ausfallzeiten auf nur 15 bis 20 Tage reduzieren soll.
Die Pläne konkretisierten sich 2023, als Renault sein Konzept für austauschbare Batterien vorstellte. Seitdem arbeitet das Unternehmen mit dem französischen Start-up Ampere und dem chinesischen Hersteller CATL zusammen, um tauschbare Batterien zu entwickeln. Ab Ende 2025 starten die Tests mit dem elektrischen Stadtauto Renault 5 E-Tech in Paris. Anfang 2026 wird das System auf gewerbliche Flotten ausgeweitet – darunter Taxis und Lieferfahrzeuge in ausgewählten französischen Städten. Ab Mitte 2026 sollen dann auch Personenmodelle wie der Renault 4 E-Tech folgen.
Die Lieferkette selbst ist komplex, da Bauteile in verschiedene Richtungen fließen. Batterien, die bis zu 30 Prozent des Fahrzeugwerts ausmachen können, werden als wiederverwendbare Ressourcen behandelt. Renault strebt ein 360-Grad-Modell an, in dem jeder Partner gleichzeitig Lieferant und Kunde ist. Dennoch bleiben Herausforderungen, insbesondere bei der Echtzeit-Datentransparenz. Unterschiedliche Partner nutzen verschiedene ERP-, Lagerverwaltungs- (WMS) und Transportmanagementsysteme (TMS), was die Koordination erschwert.
Regulatorische Hürden erschweren die Umsetzung zusätzlich. Da Batterien als Gefahrgut eingestuft werden, gelten je nach Region unterschiedliche Handhabungsvorschriften. Allein in Deutschland variieren die Bestimmungen von Bundesland zu Bundesland, was Logistik und Lagerung unberechenbar macht.
Renaults Ansatz zielt darauf ab, Stillstandszeiten von Fahrzeugen zu minimieren und die Wiederverwendung von Batterien zu maximieren. Zunächst wird das System in gewerblichen Flotten eingeführt, bevor es auf breitere Privatkundenmodelle ausgeweitet wird. Bei Erfolg könnte das Konzept die Branche verändern – und die Art und Weise, wie Elektroauto-Batterien bewirtschaftet werden, neu definieren.






