Räumung des "Sündenwalds" in Manheim beginnt trotz Proteste der Aktivisten
Albin KeudelRäumung des "Sündenwalds" in Manheim beginnt trotz Proteste der Aktivisten
Der „Sündenwald“ in Manheim soll in den kommenden Tagen geräumt werden – nach monatelanger Besetzung durch Aktivistinnen und Aktivisten. Die Stadt Kerpen hat nun ab dem 6. Oktober um Mitternacht ein Betretungsverbot für das Gelände verhängt. Eine kleine Gruppe von Protestierenden hält sich weiterhin im Wald auf, weitere Unterstützerinnen und Unterstützer werden vor Beginn der Rodungen erwartet.
Das etwa einen Hektar große Waldstück entwickelte sich im Sommer 2025 zu einem Protestcamp, als Aktivistinnen und Aktivisten in Baumhäusern lebten, um die Abholzung zu verhindern. Ursprünglich sollte die Räumung bereits Ende 2024 beginnen, doch der Widerstand verzögerte die Pläne. Nun haben die Behörden in Kerpen ein vollständiges Betretungsverbot für Außenstehende verhängt – bis das Gelände vollständig geräumt ist.
Der Eigentümer RWE benötigt den Boden über Braunkohlevorkommen, um Halden für künftige Seenlandschaften einebnen zu können. Das Unternehmen plant im Rahmen seiner Initiative „Wasser marsch“, die 2030 starten soll, rund 250 Millionen Kubikmeter Erde aus Manheim zu verwenden. In einer Nachhaltigkeitsvereinbarung aus dem Jahr 2023 haben sich RWE und die Stadt Kerpen auf eine Zusammenarbeit verständigt.
Aktuell halten sich zwischen fünf und zehn Protestierende im Wald auf, Verstärkung wird erwartet. Die Organisatoren des Widerstands rufen zu Sachspenden wie Lebensmitteln und Kleidung auf und laden die Medien zu einer Pressekonferenz vor Ort ein – am Montag um 11:00 Uhr.
Das Räumungsverbot tritt am 6. Oktober in Kraft und schränkt den öffentlichen Zugang ein, bis der Wald abgerissen ist. Trotz anhaltender Proteste bleibt RWE bei seinen Plänen für die Bodennutzung. Wie die Aktivistinnen und Aktivisten weiter vorgehen werden, wird sich zeigen, wenn die Fällarbeiten beginnen.






