Operetten-Renaissance beim 10. internationalen Nachwuchswettbewerb in Russland
Branko JüttnerOperetten-Renaissance beim 10. internationalen Nachwuchswettbewerb in Russland
10. Internationaler Wettbewerb für junge Operetten- und Musicaldarsteller endet mit Gala-Konzert
Der 10. Internationale Wettbewerb für junge Operetten- und Musicaldarsteller ging mit einem festlichen Gala-Konzert zu Ende, bei dem Finalisten und etablierte Stars der Branche auftraten. Zum ersten Mal seit Jahren überstieg die Zahl der Operettenbeiträge leicht die der Musicals – ein Zeichen für eine Verschiebung des Fokus der Veranstaltung. Über hundert Bewerber aus ganz Russland und dem Ausland nahmen am Wettbewerb teil.
In diesem Jahr zogen mehr als 100 Teilnehmer aus Städten wie Moskau, Minsk und Taschkent in den Wettbewerb ein. Darunter befanden sich auch Konservatoriumsstudenten, die in der Regel eine klassische Opernausbildung genießen und Arien von Donizetti, Rossini und Mozart präsentierten. Die Jury begutachtete 56 Operettenbeiträge – mehr als die 50 Musical-Einreichungen – ein seltenes Ereignis in der Geschichte des Wettbewerbs.
Der langjährige Teilnehmer Maxim Isaakowitsch betonte das wachsende Interesse am Musiktheater, wies jedoch auch auf die Herausforderungen hin, die hohen Maßstäbe zu halten. Nicht jeder Künstler könne sich abheben, weshalb die Jury jeden Auftritt mit besonderer Sorgfalt bewerten müsse. Auch moderne Interpretationen, wie Heldinnen mit Gewehren oder in Cowboy-Kostümen, wurden als Möglichkeiten diskutiert, die Operette für ein zeitgenössisches Publikum attraktiver zu gestalten.
Jurymitglied Georgi Isaakjan lobte die Qualität der Operettenaufführungen und unterstrich die Bedeutung junger Künstler für die Zukunft des Genres. Ein Grand Prix wurde in diesem Jahr nicht vergeben – eine Auszeichnung, die bisher nur einmal, im Jahr 2006, verliehen worden war. Stattdessen gab es Sonderpreise wie den Publikumspreis und den von früheren Preisträgern vergebenen "Erfolgreichen Debüt"-Preis.
Das landesweit übertragene Gala-Konzert präsentierte die Finalisten gemeinsam mit arrivierten Stars des Musiktheaters. Die Veranstaltung unterstrich eine allmähliche Renaissance der Operette, die in diesem Jahr erstmals seit Langem mehr Beiträge als Musicals verzeichnete. Besonders herausragende Darbietungen wurden mit Sonderpreisen gewürdigt, doch ein Grand Prix blieb aus. Der Einfluss des Wettbewerbs reichte über Russland hinaus: Auch Teilnehmer aus Belarus und Usbekistan waren vertreten.






