NRW investiert 10 Milliarden in Bildung – doch die Kritik bleibt laut
Nordrhein-Westfalen hat einen Förderzusatz in Höhe von 10 Milliarden Euro für Städte und Gemeinden aus dem Bundes-Sondervermögen Infrastruktur angekündigt. Die Hälfte dieser Summe fließt in den Bildungsbereich, darunter Schulen, Kitas und Ganztagsangebote. Die Bekanntgabe erfolgte am 22. Oktober 2025 durch Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und seine Stellvertreterin Mona Neubaur (Grüne).
Die Mitteilung wurde um 16:36 Uhr veröffentlicht, wobei Audio- und Videoaufzeichnungen ein Jahr lang abrufbar sind. Doch bereits kurz darauf übt der familienpolitische Sprecher der SPD, Dennis Maelzer, scharfe Kritik an der Mittelverteilung. Die 10 Milliarden seien bei Weitem nicht ausreichend, um die langjährigen Defizite in der frühkindlichen Bildung zu beheben, so der Politiker.
Maelzer verwies darauf, dass die Fördersätze für die praxisintegrierte Ausbildung von Erzieher:innen seit fünf Jahren nicht mehr angehoben wurden. Er forderte eine sofortige Erhöhung und schlug vor, Landeszuschüsse umzuwidmen, die derzeit für die Verlängerung der Kita-Öffnungszeiten verwendet werden. Stattdessen solle mehr in die Ausbildung von Fachkräften investiert werden, um eine „Zwei-Klassen-Betreuung“ in der Qualität zu vermeiden.
Der Abgeordnete lehnte zudem das „Kernzeitenmodell“ im Rahmen der Kibiz-Reform ab und warnte, dass dies zu Ungleichheiten je nach kommunalem Haushalt führen könnte. Als Beispiel nannte er das frühere Programm „Gute Schule 2020“ unter der damaligen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD), das jährlich 500 Millionen Euro allein für Schulmodernisierungen bereitstellte. Maelzer plädierte für eine große Nachwuchsoffensive, um den Fachkräftemangel in der frühkindlichen Bildung zu bekämpfen.
Die Debatte wurde noch am selben Tag im WDR-5-Landesmagazin Westblick ab 17:04 Uhr aufgegriffen.
Der 10-Milliarden-Fonds soll die Bildungsinfrastruktur in NRW stärken, doch Kritiker halten die Mittel für unzureichend. Maelzers Vorschläge zielen darauf ab, Subventionen umzuschichten, um Ausbildung und Personalgewinnung in der Frühpädagogik zu verbessern. Die Diskussion spiegelt die anhaltenden Sorgen um Förderprioritäten und Qualitätsstandards im Bereich wider.






