NRW bremst Umweltschutz: Warum alte Holzöfen weiter Feinstaub pusten dürfen
Albin KeudelNRW bremst Umweltschutz: Warum alte Holzöfen weiter Feinstaub pusten dürfen
Bundesweites Verbot stark emittierender Holzöfen ist in Kraft – doch in NRW stockt die Umsetzung
Seit diesem Jahr gilt bundesweit ein Verbot für Holzöfen mit hohen Schadstoffemissionen. Betroffen sind vor allem ältere Modelle, die übermäßig Feinstaub ausstoßen. In Nordrhein-Westfalen (NRW) verzögert sich die Durchsetzung jedoch, da die rechtlichen Grundlagen noch fehlen.
Die Bundesregierung hatte den schrittweisen Ausstieg bereits 2010 mit der Ersten Bundesimmissionsschutzverordnung eingeleitet. Bis 2024 sollten alle nicht konformen Öfen nachgerüstet oder stillgelegt werden. Doch trotz abgelaufener Frist hat NRW noch keine Kontrollmechanismen eingeführt.
Schornsteinfeger im Land dürfen derzeit nicht aktiv werden. Sie müssen abwarten, bis die Behörden ein klares Verfahren festlegen. Erst ab Januar 2026 sind sie verpflichtet, illegale Öfen den lokalen Ämtern zu melden.
Ältere Holzöfen belasten die Luftqualität erheblich. Studien zeigen, dass die private Beheizung mit Holz weit mehr Feinstaub verursacht als der Straßenverkehr. Thomas Mücher, Gründer der Umweltschutzgruppe Luft Köln, demonstrierte kürzlich, wie viel Schadstoffe ein veralteter Ofen freisetzt. Moderne, zertifizierte Modelle stoßen dagegen deutlich weniger aus.
Wer nach Fristablauf noch verbotene Öfen nutzt, muss mit Bußgeldern von bis zu 50.000 Euro rechnen. Die Strafen sollen Haushalte zum Umstieg auf sauberere Heizalternativen bewegen.
Das Verbot gilt – doch in NRW gibt es noch keine Kontrollen. Erst 2026 beginnen Schornsteinfeger, Verstöße zu melden, sobald das Land die Abläufe finalisiert hat. Bis dahin bleiben nicht konforme Öfen in Betrieb und beeinträchtigen weiterhin die Luftqualität.






