12 March 2026, 08:09

Neues Drogenhilfezentrum in Oberbilk spaltet Düsseldorf: Sicherheit oder Risiko für Anwohner?

Eine Zeichnung eines Parks mit Menschen, die spazieren gehen, umgeben von Bäumen, Gebäuden und einer Brücke, unter einem bewölkten Himmel, mit dem Text "Die zweite Dombrücke in Düsseldorf" unten.

Neues Drogenhilfezentrum in Oberbilk spaltet Düsseldorf: Sicherheit oder Risiko für Anwohner?

Düsseldorf stellt Pläne für neues Drogenhilfezentrum in Oberbilk vor

An diesem Donnerstagabend wird Düsseldorf die Pläne für ein neues Drogenkonsumraum-Zentrum im Stadtteil Oberbilk vorstellen. Die Einrichtung soll den öffentlichen Drogenkonsum in der Nähe des Hauptbahnhofs verringern, indem sie betreute Räume für suchtkranke Menschen anbietet. Stadtvertreter argumentieren, dass das Projekt die Sicherheit im Viertel verbessern werde.

Doch die Ansichten der Anwohner gehen auseinander. Eine lokale Petition gegen das Vorhaben hat bereits über 2.200 Unterschriften gesammelt. Besonders Schulen und Kitas in der Nähe des geplanten Standorts äußern Bedenken.

Das Konzept orientiert sich am Züricher Modell zur Bewältigung von Suchtproblemen. Die Schweizer Stadt führte drei offizielle Konsumräume ein, in denen Drogen unter hygienischen Bedingungen und ohne Strafverfolgung konsumiert werden dürfen. Außerhalb dieser Zonen gelten strenge Verbote für öffentlichen Konsum und Handel.

Düsseldorfs Version wird schrittweise eingeführt, beginnend in diesem Sommer. Zunächst sollen Beratungsangebote, grundlegende medizinische Versorgung und psychiatrische Betreuung angeboten werden. Die Stadt hat für das Projekt 3,3 Millionen Euro im diesjährigen Haushalt eingeplant – unterstützt von einer Koalition aus Mitte-rechts-Parteien und Grünen.

Kritik kommt von der Bürgerinitiative Eisenstraße, die sich gegen den gewählten Standort ausspricht. Viele Anwohner, darunter nahegelegene Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen, halten den Standort für ungeeignet. Bei der Veranstaltung am Donnerstag werden Sozialarbeiter und Streetwork-Teams anwesend sein, um auf die Bedenken einzugehen und den Betrieb des Zentrums zu erläutern.

Das Züricher Modell umfasst zudem Drogenchecks und gezielte Angebote für jüngere Konsumenten. Ob Düsseldorf ähnliche Maßnahmen einführen wird, ist noch nicht bekannt. Auch Daten zur Wirksamkeit oder zu Herausforderungen des Schweizer Programms wurden bisher nicht veröffentlicht.

Das Oberbilker Zentrum wird seinen Betrieb schrittweise aufnehmen; die vollständigen Dienstleistungen sollen in den kommenden Monaten folgen. Die Stadtführung betont, dass das Projekt den Drogenkonsum auf der Straße reduzieren und die öffentliche Sicherheit am Hauptbahnhof erhöhen werde. Gleichzeitig fordern oppositionelle Gruppen einen alternativen Standort oder weitere Bürgerbeteiligung, bevor das Vorhaben umgesetzt wird.

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