04 April 2026, 16:10

NDR trennt sich von Moderatorin Julia Ruhs nach politischer Debatte

Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einer Pressekonferenz vor einem Gebäude mit Fenstern stehend, umgeben von Menschen mit Mikrofonen und einer Absperrung unter einem bewölkten Himmel.

NDR trennt sich von Moderatorin Julia Ruhs nach politischer Debatte

Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hat die Moderatorin Julia Ruhs als alleinige Gastgeberin seines Reportageformats Klar abberufen. Die Entscheidung folgt auf Kritik und eine öffentliche Debatte über ihre politische Haltung. Ruhs, die sich selbst als konservativ-liberal einordnet, wird die Sendung künftig nur noch für den Bayerischen Rundfunk (BR) fortsetzen.

Der Schritt löste Reaktionen in der Medienlandschaft aus, darunter von Oliver Welke, Moderator der heute show beim ZDF, der Ruhs' Recht auf Moderation trotz ihrer Ansichten verteidigte.

Der NDR bestätigte die Änderung nach der Prüfung von drei Folgen, die Ruhs für den Sender vorbereitet hatte. Alle wurden zwar abgenommen, doch entschied sich der Sender, sie für künftige Klar-Ausgaben durch Tanit Koch zu ersetzen. Ruhs selbst kommentierte die Situation über X und teilte einen Ausschnitt aus der heute show mit den Worten: "Etwas gemein, aber sehr lustig – die ZDF-'heute show' hat zusammengefasst, was letzte Woche bei der ARD passiert ist."

In der heute show hatte Welke die NDR-Entscheidung kritisiert und argumentiert, öffentlich-rechtliche Sender müssten unterschiedliche Meinungen aushalten. Er spielte einen Clip ein, in dem Ruhs dem Magazin Cicero sagte: "Selbst einige meiner Freunde haben durchaus recht konservative Ansichten." Welke entgegnete: "Wir müssen alle mehr aushalten können." Die Komikerin Idil Baydar (bekannt als Jilet Ayse bzw. Bosetti) hingegen verteidigte den Schritt des NDR und bezeichnete Ruhs' Vorgehen als "Populismus und schlechten Journalismus".

Ruhs' politische Positionierung war bereits vor ihrer Tätigkeit beim NDR thematisiert worden. Zwar sind Details zu ihren früheren öffentlichen Äußerungen rar, doch wurde die Diskussion um ihre "Absage" in einem Podcast mit dem Titel "Geht um viel – Ruhs um Nix" aufgegriffen. Dort wurde ihre Arbeit im Kontext der sogenannten "Cancel Culture" im öffentlich-rechtlichen Rundfunk debattiert. Auch Sahra Wagenknecht kritisierte diesen Trend bei einer Veranstaltung im September 2025 in Berlin.

Trotz der Kontroverse verlief Ruhs' Karriere rasant: Noch vor drei Jahren begann sie als Ehrenamtliche beim BR – nun behält sie ihre Position beim bayerischen Sender, während sie beim NDR nicht mehr dabei ist.

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Die Entscheidung bedeutet, dass Ruhs Klar künftig ausschließlich für den BR moderiert, während Tanit Koch beim NDR einsteigt. Welkes Verteidigung und Bosettis Kritik verdeutlichen die anhaltende Debatte über politische Ausgewogenheit im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Ruhs' Abschied vom NDR markiert zwar eine Veränderung in der Präsentation der Sendung, beendet aber nicht ihre Medienpräsenz.

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