Mönchengladbach trotzt dem Insolvenztrend mit klugem Strukturwandel
Während die Unternehmenspleiten in ganz Deutschland zugenommen haben, bildet Mönchengladbach eine bemerkenswerte Ausnahme. Bundesweit stiegen die Zahlen 2024 um 8 bis 10 Prozent, in Nordrhein-Westfalen sogar um 23,4 Prozent. Doch die Stadt am Niederrhein widersteht diesem Trend: Hier ging die Zahl der Insolvenzfälle spürbar zurück.
Laut offiziellen Daten verringerte Mönchengladbach die Unternehmensinsolvenzen im vergangenen Jahr um 8,0 Prozent. Auch bei Verbraucherinsolvenzen gab es einen Rückgang um 9,0 Prozent, sodass sich insgesamt ein Minus von 7,8 Prozent ergab. Dies steht im deutlichen Kontrast zu Nachbarstädten, in denen die Verfahren um 6 bis 19 Prozent zunahmen.
Die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit der Stadt gründet auf einer gezielten Diversifizierung in den letzten zehn Jahren. War Mönchengladbach 2016 noch zu 30 Prozent von der Textilindustrie abhängig, so prägen heute Logistik, Maschinenbau und Gesundheitswirtschaft das Wirtschaftsbild. Der Logistiksektor wuchs von 15 auf 25 Prozent der lokalen Wirtschaftskraft – getrieben von Unternehmen wie DHL und Freshlogistics. Der Maschinenbau legte um 12 Prozent zu, gestützt durch Firmen wie KHS und VMI, während der Gesundheitsbereich nun 18 Prozent ausmacht, unterstützt vom Universitätsklinikum und Biotech-Startups. Die Textilbranche spielt mit weniger als 5 Prozent kaum noch eine Rolle.
Aktuelle Rankings unterstreichen diesen Wandel. Im IW-Dynamikranking 2024 belegte Mönchengladbach Platz 27 von 401 deutschen Regionen in Sachen Wirtschaftsentwicklung. Die Stadt investiert zudem in zukünftiges Wachstum – etwa durch den Wissens- und Innovationscampus, die Textilfabrik 7.0 oder einen neuen Gewerbepark am Flughafen. Eine stabile Gewerbesteuerhebesatz und ein konstanter Nachschub an Fachkräften, gefördert durch die Hochschule Niederrhein und lokale Mittelständler, festigen die Position zusätzlich.
Der Rückgang der Insolvenzen in Mönchengladbach ist ein Zeichen für den gelungenen Strukturwandel. Durch die Ausrichtung auf Logistik, Maschinenbau und Gesundheitswirtschaft hat die Stadt ihre Abhängigkeit von einer einzelnen Branche verringert. Mit laufenden Projekten und stabilen Rahmenbedingungen scheint der positive Kurs vorerst gesichert.