Meerbusch überzeugt als Wirtschaftsstandort – doch Digitalisierung hinkt hinterher
Ivana SchleichMeerbusch überzeugt als Wirtschaftsstandort – doch Digitalisierung hinkt hinterher
Meerbusch glänzt als Wirtschaftsstandort – IHK-Analyse bescheinigt gute Noten
Meerbusch hat in der jüngsten Analyse der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein als Wirtschaftsstandort überzeugt. Besonders gut schnitt die Stadt bei Verkehrsanbindung und Wirtschaftskraft ab, doch Unternehmen forderten schnellere Fortschritte bei der Digitalisierung. Bürgermeister Christian Bommers begrüßte die Ergebnisse, betonte jedoch die Notwendigkeit von Verbesserungen in zentralen Bereichen.
Alle fünf Jahre bewertet die IHK Mittlerer Niederrhein das Wirtschaftsklima in Meerbusch. 2024 beteiligten sich rund 130 lokale Unternehmen mit etwa 3.100 Beschäftigten an der Umfrage. Gemeinsam vergaben sie der Stadt die Durchschnittsnote 2,41 – in etwa eine "gut minus".
Der Bericht hob die Stärken Meerbuschs in Sachen Erreichbarkeit hervor und verlieh der Stadt die Spitzenbewertung 1,98 für Straßen- und Schienenanbindung. Auch die Einzelhandelskaufkraft stach mit einem Wert von 128,3 deutlich über dem Bundesdurchschnitt heraus. Die Arbeitslosenquote lag bei niedrigen 5,3 Prozent und damit unter den Werten für Nordrhein-Westfalen und den Kreis.
Bei der Beschäftigtenentwicklung fielen die Zahlen ebenfalls positiv aus: Im Juni 2024 zählte Meerbusch 14.093 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte – ein Anstieg von 52,4 Prozent seit 1999.
Kritik üben die Unternehmen jedoch an der Digitalisierung, insbesondere in der öffentlichen Verwaltung. Die IHK empfahl, zwei zentrale Projekte zu beschleunigen: die Erweiterung des Gewerbegebiets Strümper und den Ausbau der Kreisstraße 9n. Bürgermeister Bommers pflichtete dem bei und erklärte, dass schnellere digitale Fortschritte die Attraktivität der Stadt weiter steigern würden.
Die IHK-Analyse positioniert Meerbusch als wettbewerbsfähigen Wirtschaftsstandort mit Entwicklungspotenzial. Gute Verkehrsanbindungen, hohe Kaufkraft und niedrige Arbeitslosigkeit heben die Stadt hervor. Um den Schwung zu halten, muss sie nun jedoch Digitalisierung und Infrastrukturprojekte vorantreiben.






