Lehrerin soll 16 Jahre lang krankgeschrieben gewesen sein – und nebenbei als Heilpraktikerin gearbeitet haben
Edit NiemeierLehrerin soll 16 Jahre lang krankgeschrieben gewesen sein – und nebenbei als Heilpraktikerin gearbeitet haben
Eine Lehrerin des Berufskollegs Wesel in Nordrhein-Westfalen steht unter Betrugsverdacht, nachdem sie angeblich über 16 Jahre lang krankgeschrieben war, während sie gleichzeitig in der Alternativmedizin arbeitete. In dieser Zeit bezog sie weiterhin ihr volles Gehalt vom Staat – ohne jemals einer offiziellen ärztlichen Untersuchung unterzogen worden zu sein.
Die 58-Jährige, die bis 2008 an der Schule unterrichtete, soll während ihrer Abwesenheit eine eigene Praxis als Heilpraktikerin betrieben haben. Ermittlungen zufolge nahm sie zudem an einem Existenzgründungswettbewerb teil, veranstaltete Wochenendseminare unter dem Titel Nullstellen der Seele und arbeitete sogar als "Runenköchin" auf einem lokalen Markt – alles, während sie weiterhin ihr Beamtengehalt bezog.
Die Staatsanwaltschaft Duisburg prüft nun, ob sie durch wissentlich falsche Angaben gegenüber dem Staat gewerbsmäßigen Betrug begangen hat. Der Fokus der strafrechtlichen Ermittlungen liegt auf den Jahren 2021 bis 2025, da frühere Zeiträume möglicherweise bereits verjährt sind. Die Behörden haben bereits ihre Wohnung durchsucht und Dokumente sowie digitale Geräte als Beweismaterial beschlagnahmt.
Der Fall wirft zudem Fragen nach Versäumnissen bei der Aufsicht auf. Während ihrer 16-jährigen Krankschreibung wurde niemals eine amtliche ärztliche Untersuchung angefordert. Zudem wird geprüft, ob ein Mitarbeiter des Bezirksregierungs Düsseldorf, der für ihren Fall zuständig war, seine Pflichten vernachlässigt hat.
Als Reaktion darauf hat Nordrhein-Westfalen angekündigt, die Kontrollen bei langfristigen oder wiederholten Krankschreibungen im öffentlichen Dienst zu verschärfen.
Der Lehrerin drohen nun mögliche Anklagen wegen Betrugs und Verletzung der Amtspflicht. Bei einer Verurteilung müsste sie möglicherweise jahrelang zu Unrecht bezogene Gehälter zurückzahlen. Gleichzeitig überarbeitet der Staat seine Verfahren, um ähnliche Fälle künftig zu verhindern.






