Kulturschaffende kämpfen um Berlins künstlerische Zukunft vor der Wahl
Edit NiemeierKulturschaffende kämpfen um Berlins künstlerische Zukunft vor der Wahl
Berlins Kulturszene startet Kampagne für mehr Förderung vor der Wahl
Vor der Berliner Wahl am 20. September hat die Kulturbranche der Hauptstadt eine Initiative gestartet, um die Finanzierung von Kunst und Kultur in den Fokus der öffentlichen Debatte zu rücken. Die Aktionswoche „Berlin ist Kultur“ ruft die Wählerinnen und Wähler dazu auf, Kandidaten zu unterstützen, die sich für kulturelle Projekte einsetzen. Unter dem Hashtag #deinstimmefürkultur zielt die Kampagne auf die anstehende Abstimmung ab.
Den Auftakt bildete eine Veranstaltung, an der Katharina Marg von der Linken, Ronja Losert sowie Bertram von Boxberg von den Grünen teilnahmen. Andere Berliner Politiker blieben der Veranstaltung fern. Dort präsentierte die Initiative die „Berliner Erklärung“, in der gefordert wird, mindestens drei Prozent des Landeshaushalts für Kultur bereitzustellen und nachhaltigere Fördersysteme zu schaffen.
Hinter der Kampagne stehende Akteure haben zudem einen „Wahl-Check“ für Kandidatinnen und Kandidaten entwickelt – mit direkten Fragen zu ihrem Engagement für kulturelle Bildung und Finanzierung. Oliver Reese, Intendant des Berliner Ensembles, kritisierte jüngste Kürzungen als Fehler und warnte vor deren verheerenden Folgen. Er berichtete von einem prägenden Theaterbesuch mit 14 Jahren, der sein Leben verändert habe, und unterstrich damit die Bedeutung des Zugangs zu Kultur.
Gabi Dan Droste, Leiter des FELD Theaters, verglich die Fördermisere der Branche mit dem Mythos von Ikarus: kurze Anerkennung, gefolgt von abrupten Streichungen. Die Kampagne lenkte auch den Blick auf die drohende Schließung des Atelierhauses in der Wilsnacker Straße – ein Opfer zurückgehender finanzieller Unterstützung.
Die Aktionswoche „Berlin ist Kultur“ will kulturelle Förderung zu einem zentralen Wahlkampfthema machen. Gefordert werden konkrete politische Weichenstellungen und verlässliche Finanzierung für die Kunst. Mit Instrumenten wie der Erklärung und dem Wahl-Check soll sichergestellt werden, dass sich die Kandidaten vor der Stimmabgabe zu ihren Plänen bekennen müssen.






