27 March 2026, 10:12

Kultur-Eklat in Berlin: Warum das HKW nach Chefket-Absage isoliert bleibt

Schwarzes und weißes Bild des Reichshallen Theaters in Berlin, das das Auditorium mit Sitzreihen, Säulen und einer Decke zeigt, mit Text unten.

Kultur-Eklat in Berlin: Warum das HKW nach Chefket-Absage isoliert bleibt

Das Haus der Kulturen der Welt (HKW) in Berlin steht im Mittelpunkt einer wachsenden Kontroverse. Ein geplantes Konzert des schwäbischen Rappers Chefket wurde kurzfristig abgesagt, nachdem dieser ein T-Shirt mit der Aufschrift "Palästina" getragen hatte – bedruckt mit arabischer Kalligrafie und einer Umrisskarte Israels. Die Entscheidung folgte auf Druck des Kulturstaatsministers Wolfram Weimer und löste eine Welle der Solidarität unter deutschen Künstlern aus, die seitdem ihre Auftritte in der Institution absagen.

Chefket, der nach seiner Ernennung durch das Goethe-Institut als "Rap-Botschafter Deutschlands" gilt, sollte im Oktober 2023 im HKW auftreten. Die Absage erfolgte, nachdem er das T-Shirt bei einer anderen Veranstaltung getragen hatte – ein Schritt, den Verantwortliche als politisch brisant einstuften. Als Reaktion zogen alle weiteren deutschen Künstler ihre geplanten Auftritte im HKW zurück und ließen die Einrichtung damit isoliert zurück.

Das Haus, unweit des Bundeskanzleramts gelegen, kämpft seit Langem um Anerkennung in der Bundespolitik. Sein aktueller Direktor, der kamerunische Biologe Bonaventure Soh Bejeng Ndikung, übernahm 2023 die Leitung und wurde damit der erste Chef einer großen deutschen Kultureinrichtung, die vollständig von People of Color geführt wird. Sein als "postkolonial" beschriebenes Programm stößt jedoch in Teilen der deutschen Kulturszene auf Kritik.

Versuche, das Profil des HKW zu schärfen, umfassten etwa eine Ausstellung des Satirikers Jan Böhmermann mit dem Titel "Die Möglichkeit des Unvernunfts". Dennoch bleibt die Institution von politischen Auseinandersetzungen überschattet. Internationale Künstler wie der haitianische Saxophonist Jowee Omicil treten dort weiterhin auf und ziehen ein globales Publikum an.

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Die Absage von Chefkets Konzert hat die Gräben zwischen Künstlern und Kultureinrichtungen weiter vertieft. Da sich keine deutschen Acts mehr bereit erklären, im HKW aufzutreten, steht die Zukunft des Hauses auf dem Spiel. Der Vorfall wirft zudem ein Schlaglicht auf die anhaltenden Spannungen um politische Äußerungen im deutschen Kulturbetrieb – insbesondere im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt.

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