Kostenlose Matinee im Wiesbadener Stadtmuseum: Zeitzeugenberichte aus der NS-Zeit
Albin KeudelKostenlose Matinee im Wiesbadener Stadtmuseum: Zeitzeugenberichte aus der NS-Zeit
Kostenlose historische Matinee im Wiesbadener Stadtmuseum
Am Stadtmuseum auf dem Wiesbadener Marktplatz findet eine kostenlose historische Matinee statt. Die Veranstaltung beginnt am 12. Oktober um 11:00 Uhr und präsentiert den lokalen Historiker Ralf A. Gmelin, der aus den persönlichen Aufzeichnungen seines Großvaters über das Leben unter dem NS-Regime berichtet. Der Vortrag mit dem Titel "1940. Die versunkene bürgerliche Welt" bietet eine seltene, persönliche Perspektive auf die sozialen und politischen Umbrüche dieser Zeit.
Die Matinee ist Teil der Reihe "Lokalhistoriker – 4. Staffel". Ralf A. Gmelin stellt die Manuskripte seines Großvaters Hans Gmelin vor, der das Alltagsleben von der Kaiserzeit über die Weimarer Republik bis in die frühe NS-Diktatur dokumentierte. Seine Notizen, die ab 1934 beginnen, zeigen detailliert, wie das Regime die Kontrolle über Wiesbadens Institutionen und die Zivilgesellschaft ausbaute.
Im Mittelpunkt stehen die Jahre 1934 bis 1940, eine Phase, die von der systematischen Verfolgung jüdischer Bürger:innen und der Umstrukturierung der lokalen Verwaltung geprägt war. Hans Gmelins Beobachtungen, von seinem Enkel vorgelesen und erläutert, verdeutlichen den schleichenden Abbau demokratischer Normen und die Auswirkungen auf die Bevölkerung. Das Stadtmuseum Wiesbaden (Marktplatz 3, 65183 Wiesbaden) veranstaltet die Matinee ohne Eintrittsgeld.
Die Besucher:innen erwarten ungeschönte Reflexionen eines Zeitzeugen über eine entscheidende historische Phase. Der Vortrag beleuchtet, wie politische Veränderungen den Alltag in Wiesbaden prägten. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.






