16 March 2026, 10:09

Kölner Dom plant Eintrittsgeld – Ende der kostenlosen Besuche in Sicht

Der Eingang des Kölner Doms in Köln, Deutschland, mit detaillierten Schnitzereien, Skulpturen und einer großen Tür am Boden.

Ehemaliger Dom-Architekt kritisiert geplante Eintrittspreise für den Kölner Dom - Kölner Dom plant Eintrittsgeld – Ende der kostenlosen Besuche in Sicht

Kölner Dom könnte bald Eintrittsgeld verlangen

Der Kölner Dom, eine der berühmtesten katholischen Kirchen der Welt, könnte Besuchern bald eine Eintrittsgebühr berechnen. Die historische Stätte, in der die Reliquien der Heiligen Drei Könige aufbewahrt werden und die jährlich sechs Millionen Menschen anzieht, steht unter wachsendem finanziellen Druck. Pläne, die Gebühr in der zweiten Jahreshälfte einzuführen, haben bereits Debatten unter Experten und der Öffentlichkeit ausgelöst.

Barbara Schock-Werner, die ehemalige Dombaumeisterin, übt scharfe Kritik an dem Vorhaben. Sie bezeichnete den Schritt als "sehr problematisch" und warnte, dass er Besucher abschrecken und den offenen Charakter des Bauwerks verändern könnte. Ihr Hauptanliegen ist, dass nur noch diejenigen Zutritt erhalten, die sich die Gebühr leisten können – und damit die Rolle des Doms als Ort für alle untergraben würde.

Die genaue Höhe des Eintrittsgelds steht noch nicht fest. In den vergangenen fünf Jahren stießen ähnliche Gebühren an anderen historischen und religiösen Stätten in Deutschland auf gemischte Reaktionen. Während Touristen sie zunehmend akzeptieren, protestieren lokale Gläubige und Denkmalschutzverbände gegen eine Kommerzialisierung. 2023 sammelten Petitionen gegen solche Gebühren über 50.000 Unterschriften. Trotz des Widerstands verzeichneten einige Stätten nach der Einführung von Eintrittsgeldern sogar Besucherzuwächse von 15 bis 20 Prozent – was die Finanzierung dringender Sanierungsarbeiten ermöglichte.

Schock-Werner erkannte zwar den zusätzlichen Finanzbedarf des Doms an, argumentierte jedoch, dass eine Eintrittsgebühr seine kulturelle und spirituelle Bedeutung schwächen könnte. Sie betonte, dass vor einer bezahlten Zugangsregelung alternative Lösungen geprüft werden sollten.

Die geplante Gebühr soll noch in diesem Jahr in Kraft treten. Falls sie genehmigt wird, markiert dies einen tiefgreifenden Wandel für ein Wahrzeichen, das jahrhundertelang kostenlos zugänglich war. Die Entscheidung könnte zudem ein Präzedenzfall für andere historische Stätten werden, die vor ähnlichen finanziellen Herausforderungen stehen.

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