26 April 2026, 12:13

Kölner Archiv-Einsturz 2009: Wie eine Katastrophe die Stadt bis heute prägt

Schwarzes und weißes Foto einer Stadt nach einer Katastrophe am 5. Juni 1892, das beschädigte Gebäude, Strommasten, Rauch und einen Hügel im Hintergrund zeigt, mit Text unten.

Kölner Archiv-Einsturz 2009: Wie eine Katastrophe die Stadt bis heute prägt

Einsturz in Kölns Severinsviertel: Wie das Stadtarchiv 2009 unterging

Im Jahr 2009 stürzte im Kölner Severinsviertel ein Bauwerk ein und zerstörte das Historische Archiv der Stadt. Die Katastrophe verschüttete 1,7 Millionen historische Dokumente und kostete zwei junge Männer in benachbarten Häusern das Leben. Mehr als ein Jahrzehnt später ist das Gelände noch immer eine Baustelle – juristische Auseinandersetzungen und Debatten über die Neugestaltung sind bis heute ungelöst.

Der Einsturz ereignete sich, nachdem kritische Stahlträger gestohlen und an einen Schrotthändler verkauft worden waren. Ohne diese Verstrebungen gab der Untergrund nach, riss das Archiv in die Tiefe und beschädigte umliegende Gebäude. Die Wucht des Einsturzes ließ sogar den Turm der Kirche St. Johann-Baptist kippen, der seitdem als "Kölner Schiefer Turm" bekannt ist.

Rettungskräfte bemühten sich, was noch zu retten war: Papierschnipsel wurden an 20 Notarchive verteilt. Einige Dokumente konnten ein Jahr später geborgen werden, doch der Großteil blieb verschüttet. Die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB), die mit solchen Projekten keine Erfahrung hatten, gerieten unter Kritik, da sie die Bauarbeiten überwacht hatten.

Die juristischen Verfahren zogen sich jahrelang hin – mit gemischten Ergebnissen: Einige Angeklagte wurden verurteilt, andere freigesprochen. Erst 2024 wurden endlich Geldstrafen verhängt. Das Gelände selbst blieb teilweise mit Beton verfüllt, eine unvollendete Narbe in der Stadt. 2022 installierte der Künstler Reinhard Matz entlang des Bauzauns "Klagelied in acht Tafeln", eine bildnerische Auseinandersetzung mit der Katastrophe.

Seit 2011 setzt sich die Aktivistengruppe ArchivKomplex für eine Mitsprache bei den Planungen ein. Sie fordert eine würdige Erinnerung an den Einsturz und seine Opfer sowie Transparenz darüber, wie das Gelände künftig genutzt werden soll.

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Der Einsturz hinterließ in Köln tiefe Spuren – sowohl baulich als auch rechtlich. Zwar konnten einige Dokumente gerettet und schließlich Strafen verhängt werden, doch die Baustelle bleibt ein sichtbares Mahnmal der Tragödie. Aktivisten kämpfen weiterhin für ein angemessenes Gedenken, damit das Ereignis nicht in Vergessenheit gerät.

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