16 March 2026, 16:14

Kirchenaustritte in NRW sinken leicht – doch der Schwund bleibt dramatisch

Ein altes Dokument mit einer Zeichnung der St. Erasmus Kirche umgeben von Bäumen und Himmel, unterzeichnet von der Deutschen Regierung.

Kirchenaustritte in NRW legen leicht zurück - Kirchenaustritte in NRW sinken leicht – doch der Schwund bleibt dramatisch

Katholische Kirche in Nordrhein-Westfalen verzeichnet leichten Rückgang der Austrittszahlen 2025

Die katholische Kirche in Nordrhein-Westfalen erlebte 2025 eine leichte Verlangsamung des Mitgliederschwunds. Zwar verließen weniger Menschen die Kirche als im Vorjahr, doch der Gesamttrend bleibt rückläufig. Kirchenvertreter wiesen auf erste vorsichtige Anzeichen einer Erholung hin, während Experten die langfristige Entwicklung skeptisch bewerten.

Im Jahr 2025 traten 84.440 Katholiken in Nordrhein-Westfalen formal aus der Kirche aus – ein Rückgang gegenüber 86.946 im Jahr 2024. Zusammen mit den Austritten aus der evangelischen Kirche sank die Gesamtzahl der Kirchenaustritte auf 152.783 (2024: 160.469). Damit setzt sich der Trend sinkender Austrittszahlen bereits das dritte Jahr in Folge fort.

Trotz der geringeren Austrittsquote schrumpfte die Zahl der Katholiken in der Region weiter von 5,8 auf 5,6 Millionen. Die Besucherzahlen der Sonntagsgottesdienste im Erzbistum Köln blieben mit durchschnittlich nur sechs Prozent der registrierten Gemeindeglieder auf niedrigem Niveau. Dennoch verzeichnete das Erzbistum einen leichten Anstieg der Messbesucher von 90.694 auf 94.638.

Auch die Zahl der Erwachsenentaufen stieg von 199 im Jahr 2024 auf 315 im Jahr 2025. Der Generalvikar Guido Assmann wertete diese Entwicklungen als ermutigende Signale. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller hingegen bezeichnete solche Trends als oberflächlich und die Gesamtlage weiterhin als "dramatisch".

Während das Erzbistum Köln 2025 einen leichten Zuwachs bei Messbesuchen und Erwachsenentaufen verzeichnete, halten der anhaltende Mitgliederschwund und die geringe wöchentliche Teilnahme an. Die Kirchenführung wird die weiteren Entwicklungen genau beobachten, um künftige Strategien zu bewerten.

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