18 March 2026, 02:10

Kirchen in Essen verteilen kostenlose christliche Tattoos bei einzigartiger Aktionswoche

Eine detaillierte Zeichnung eines Kirchenaltars mit einem Kreuz darauf, mit aufwändigen Designs auf einem Blatt Papier.

Kirchen in Essen verteilen kostenlose christliche Tattoos bei einzigartiger Aktionswoche

Ein einzigartiges Ereignis verbindet Glauben und moderne Kunst in Essen

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Diese Woche hat in Essen ein besonderes Projekt Glauben und zeitgenössische Kunst zusammengebracht: Im Rahmen der ersten ökumenischen Tattoo-Aktionswoche boten katholische und evangelische Kirchen gemeinsam kostenlose christliche Tattoos an. Die unter dem Motto "Gott nah" stehende Initiative stieß auf großes Interesse – alle 30 verfügbaren Termine waren innerhalb weniger Tage vergeben.

Organisiert wurde die Aktion von Dirk Bußler von der Essener Zukunftswerkstatt. Sein Ziel war es, traditionelle Glaubensvorstellungen mit modernen Ausdrucksformen zu verbinden. Die Teilnehmer konnten aus 30 vorgegebenen Motiven wählen, die mithilfe von Schablonen präzise auf die Haut gebracht wurden.

Tätowiererin Yvonne Karbach arbeitete unermüdlich von 11 bis 20 Uhr und setzte ein Design nach dem anderen. Unter den Empfängern war auch der 20-jährige Ole Fritz aus dem Emsland, der extra mit seiner Mutter angereist war, um sich ein Kreuz auf den Unterarm stechen zu lassen. Für ihn symbolisiert das Tattoo die tiefe Verwurzelung des Glaubens in seiner Familie.

Eine Ausnahme machte Karbach für Werena Siemund-Stais: Für sie entwarf sie spontan ein kleines Engel-Tattoo – eine persönliche Anerkennung für die schweren Prüfungen, die Siemund-Stais durchlitten hatte, darunter Familienverluste, eine Krebserkrankung und belastende Behandlungfolgen. Zwar waren die meisten Motive standardisiert, doch die individuelle Bedeutung hinter jedem einzelnen machte sie zu etwas Besonderem.

Die Aktion fand über Essen hinaus Beachtung. So berichtete der Sender Rhein und Ruhr am 18. November 2025 um 6:31 Uhr in einer Radiosendung über das Projekt. Zwar gab es bereits ähnliche Veranstaltungen mit religiös inspirierten Tattoos – etwa seit 2017 im LWL-Museum in Münster –, doch war dies das erste Mal, dass Kirchen eine eigene Tattoo-Aktionswoche gemeinsam ausrichteten.

Die Kampagne "Gott nah" bot Menschen eine seltene Gelegenheit, ihren Glauben durch Körperschmuck auszudrücken. Dass alle Termine so schnell vergeben waren, zeigt das große öffentliche Interesse an der Verbindung von religiöser Tradition und moderner Kreativität. Ob es eine Fortsetzung geben wird, haben die beteiligten Kirchen noch nicht bekannt gegeben. Doch die Aktion machte deutlich, wie zeitgenössische Kultur und spirituelles Leben einander bereichern können.

Quelle