Historischer Cum-Ex-Prozess in Siegburg: Drei Banker wegen 280-Millionen-Steuerbetrugs angeklagt
Julian NetteHistorischer Cum-Ex-Prozess in Siegburg: Drei Banker wegen 280-Millionen-Steuerbetrugs angeklagt
Großer Cum-Ex-Steuerbetrugsprozess in Siegburg bei Bonn eröffnet
Drei ehemalige Banker müssen sich wegen des Vorwurfs verantworten, durch illegale Aktiengeschäfte Millionen an Steuern hinterzogen zu haben. Im Mittelpunkt des Verfahrens steht der Vorwurf, sie hätten sich Erstattungen für Steuern erschlichen, die nie tatsächlich gezahlt wurden.
Der Prozess findet in einem eigens errichteten Gerichtssaal am Landgericht Bonn statt. Zwei der Angeklagten waren zuvor bei der Privatbank M.M. Warburg tätig, während dem dritten vorgeworfen wird, das Steuerstrafsystem unterstützt zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft der Gruppe vor, dem Fiskus einen Schaden von rund 280 Millionen Euro zugefügt zu haben.
Die Verhandlungen, die von der Staatsanwaltschaft Köln geführt werden, sollen mindestens 53 Verhandlungstage bis Mitte Dezember dauern. Ermittler gehen davon aus, dass im Laufe dieses Jahres weitere Anklagen folgen könnten, auch wenn derzeit nur zwei neue Cum-Ex-Prozesse in Bonn vor 2026 erwartet werden. Mögliche weitere Prozessstandorte sind Hamburg, Köln, Düsseldorf und Frankfurt – abhängig von den laufenden Ermittlungen.
Beim Cum-Ex-Skandal handelt es sich um schnelle Aktientransaktionen, mit denen Steuerlücken ausgenutzt wurden. Die Behörden werfen den Angeklagten vor, fälschlich Kapitalertragsteuern zurückgeforderte zu haben, die niemals einbehalten worden waren. Der aktuelle Prozess markiert einen weiteren Schritt in der deutschen Aufarbeitung der umstrittenen Praxis.
Der Siegburger Prozess reiht sich in eine wachsende Liste von juristischen Verfahren gegen Cum-Ex-Geschäfte ein. Bei einer Verurteilung drohen den Angeklagten harte Strafen für ihre mutmaßliche Beteiligung am Betrug. Das Urteil könnte zudem Einfluss auf anstehende Verfahren im Zusammenhang mit demselben Finanzkonstrukt haben.






