16 March 2026, 18:17

Häusliche Pflege in Deutschland: 86 % werden zu Hause versorgt – doch die Kosten explodieren

Ein Plakat mit der Aufschrift "Beende den Job: Gesundheit sollte ein Recht sein, nicht ein Privileg" und einer Karte mit der Aufschrift "Mache dauerhaft niedrigere Gesundheitskosten und schließe die Versorgungslücke für amerikanische Familien."

Häusliche Pflege in Deutschland: 86 % werden zu Hause versorgt – doch die Kosten explodieren

Die meisten Menschen in Deutschland, die auf Langzeitpflege angewiesen sind, werden zu Hause versorgt und nicht in Pflegeheimen. Aktuellen Zahlen zufolge erhalten 85,9 % die Betreuung in den eigenen vier Wänden – mehr als die Hälfte davon ist dabei vollständig auf Angehörige angewiesen. Doch die finanzielle Belastung durch die häusliche Pflege sorgt zunehmend für Besorgnis bei Verbänden und Politikern gleichermaßen.

Nach deutschem Recht hat die ambulante Pflege Vorrang, wie im § 3 des Elften Buchs Sozialgesetzbuch (SGB XI) festgelegt. Pflegebedürftige können zwischen stationären Einrichtungen, professionellen Pflegediensten zu Hause oder der Unterstützung durch Familienmitglieder wählen. Die Kosten unterscheiden sich jedoch deutlich zwischen diesen Optionen.

Angehörige leisten bereits einen erheblichen Beitrag: Im Schnitt widmen sie 49 Stunden pro Woche der Pflege – eine Arbeit, die mit etwa 15 Euro pro Stunde zu bewerten wäre. Trotz dieses Engagements bleiben die Eigenanteile für die häusliche Pflege hoch. Die monatlichen Ausgaben liegen zwischen 340 und 7.441 Euro, im Median bei 2.085 Euro, wobei keine dieser Kosten von der Pflegeversicherung übernommen werden. Anders als in Pflegeheimen, wo die Unterbringungskosten pauschalisiert sind und die Zuzahlungen mit der Zeit steigen, sinken die Ausgaben für die häusliche Pflege nicht.

Zum Vergleich: Heimbewohner zahlten 2026 laut Prognosen über 3.200 Euro monatlich. Doch die häusliche Pflege kann noch teurer werden – besonders für Schwerstpflegebedürftige, die mit Rechnungen von mehr als 7.000 Euro im Monat konfrontiert sein können.

Angesichts dieser finanziellen Belastung warnt der Bundesverband der Angehörigenpflegenden ("wir pflegen!" e.V.) vor der langfristigen Tragfähigkeit der häuslichen Pflege. Die Bundesregierung plant als Reaktion, bis Ende 2026 eine Pflegereform abzuschließen, um das System für alle bezahlbarer zu machen.

Das aktuelle System setzt Familien einer hohen finanziellen Last aus – die häusliche Pflege kostet oft mehrere tausend Euro im Monat. Ohne Versicherungsschutz sehen sich viele mit hohen Eigenanteilen konfrontiert, obwohl sie gleichzeitig auf die unentgeltliche Unterstützung von Angehörigen angewiesen sind. Die anstehende Reform soll diese Herausforderungen angehen, doch ihre Wirkung bleibt abzuwarten.

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