Glasfaserausbau in Deutschland beschleunigt sich durch neue Partnerschaften und offene Netze
Julian NetteGlasfaserausbau in Deutschland beschleunigt sich durch neue Partnerschaften und offene Netze
Deutschlands Glasfaserausbau bis in die Wohnung (FTTH) gewinnt durch neue Partnerschaften und offene Netze an Fahrt. Mehrere große Vereinbarungen im Jahr 2023 zielen darauf ab, tausende Haushalte anzuschließen – doch Herausforderungen bei der flächendeckenden Verbreitung und Rentabilität bleiben bestehen.
Aktuelle Abkommen zwischen Telekommunikationsunternehmen, lokalen Anbietern und regionalen Regierungen treiben den Ausbau von Hochgeschwindigkeitsinternet im ganzen Land voran.
Im Saarland unterzeichneten OXG, Vodafone und die Landesregierung eine Absichtserklärung, um 51.700 Haushalte in Saarbrücken und Völklingen mit FTTH zu versorgen. Dies markiert einen wichtigen Schritt bei der Modernisierung der Breitbandinfrastruktur in der Region.
Unterdessen gewann das Joint Venture Glasfaser Nordwest von Telekom und EWE mit den Stadtwerken Osnabrück einen neuen Partner. Durch diese Kooperation erhalten über 90.000 weitere Haushalte in der Region Zugang zu Glasfaseranschlüssen.
An anderer Stelle ging 1&1 Versatel eine Partnerschaft mit Duisburg CityCom (DCC) ein, um Dienstleistungen über das 290 Kilometer lange FTTH-Netz von DCC anzubieten, das mehr als 25.000 Adressen abdeckt. Zudem vollendete Westconnect ein 100 Kilometer langes Glasfasernetz in Duisburg, das über 1.900 Haushalte in sechs Stadtteilen anschließt.
NetCom BW und die Deutsche Telekom vereinbarten eine VDSL-Zusammenarbeit, von der rund 100.000 Haushalte profitieren. Die Deutsche Glasfaser, die ein offenes Netz betreibt, hatte bereits bis Mai 2019 den Zugang für 500.000 anschlussfähige Haushalte ermöglicht – davon nutzten etwa 300.000 den Service aktiv. Allerdings gab es in einigen Gebieten, wie den Dörfern rund um Paderborn, Verzögerungen beim Ausbau.
Offene Netze, bei denen mehrere Anbieter dieselbe Infrastruktur nutzen, gelten als Schlüssel, um den Wettbewerb zu stärken und mehr Kunden zu gewinnen. Dennoch kämpfen Betreiber weiterhin damit, die Investitionen zu amortisieren und ohne ausreichende Kundennachfrage profitabel zu arbeiten.
Die jüngsten Partnerschaften und Netzausbauten werden die FTTH-Abdeckung in Deutschland deutlich verbessern. Tausende Haushalte erhalten so Zugang zu schnellerem Internet – doch finanzielle und logistische Hürden bleiben. Der Erfolg hängt letztlich davon ab, wie gut es gelingt, Kunden zu gewinnen und die Zusammenarbeit in offenen Netzen effizient zu gestalten.






