09 May 2026, 16:09

Gift im Grundwasser: Jeder sechste Brunnen in Deutschland über dem Nitrat-Grenzwert

Metallischer Gießkann auf einem grünen Feld mit Pflanzen, Bäumen, Strommasten, einem Schild, Fahrzeugen, Gebäuden und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Gift im Grundwasser: Jeder sechste Brunnen in Deutschland über dem Nitrat-Grenzwert

Hohe Nitratwerte in privaten Brunnen sorgen in Deutschland für Besorgnis über die Wasserqualität

Eine aktuelle Studie zeigt, dass bei jedem sechsten untersuchten Wasserproben der gesetzliche Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter überschritten wird. Der höchste gemessene Wert lag bei 162 mg/l in einem Brunnen in Hehn – weit über den sicheren Schwellenwerten.

Die Nitratrichtlinie der EU schreibt strenge Vorgaben vor, um die Belastung von Grundwasser mit Nitrat zu verhindern. Dennoch weisen viele private Brunnen weiterhin gefährlich hohe Konzentrationen auf. Als Reaktion darauf setzt sich die Umweltschutzorganisation VSR-Gewässerschutz, die seit 1980 aktiv ist, für Lösungen ein.

Ein vorgeschlagener Ansatz ist die Agroforstwirtschaft – das Anpflanzen von Bäumen zwischen Ackerflächen. Studien belegen, dass diese Methode die Nitratbelastung verringern kann, ohne die Erträge zu beeinträchtigen. Bäume nehmen Nitrate auf und verhindern so, dass sie ins Grundwasser gelangen. Experten bestätigen zudem, dass Agroforstsysteme die Artenvielfalt fördern und dem Klimaschutz dienen.

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Ein Bündnis aus Landwirtschaftsberatern fordert Deutschland nun auf, solche Systeme einzuführen. Als Beispiel nennen sie Mönchengladbach, wo 77 Prozent der Ackerflächen baumfrei sind. Der VSR-Gewässerschutz ruft die Bundesregierung dazu auf, die Agroforstwirtschaft als Teil einer nachhaltigen Landwirtschaft zu fördern und finanziell zu unterstützen.

Ziel der Initiative ist es, die Nitratwerte zu senken, ohne die Produktivität der Betriebe zu gefährden. Bei flächendeckender Einführung könnten diese Systeme die Wassersicherheit verbessern und das Risiko von Umweltverschmutzung verringern. Die Reaktion der Regierung wird entscheiden, ob solche Maßnahmen künftig zum Standard werden.

Quelle