Energiewende-Bericht unter Zeitdruck: Warum die Bundesregierung auf Metaanalyse setzte
Albin KeudelEnergiewende-Bericht unter Zeitdruck: Warum die Bundesregierung auf Metaanalyse setzte
Die Bundesregierung hat einen neuen Monitoring-Bericht zur Energiewende erhalten, der unter großem Zeitdruck erstellt wurde. Der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) in Auftrag gegebene Bericht wurde am 15. September vorgelegt. An dem Projekt waren mehrere Forschungsgruppen beteiligt, die Koordination übernahm ein Konsortium unter der Leitung der BET Consulting GmbH.
Den Zuschlag für die Studie erhielt das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln (EWI). Aufgrund der knappen Frist griff das BMWi auf einen bestehenden Rahmenvertrag zurück, um das Verfahren zu beschleunigen. Die BET Consulting, als Konsortialführer, schlug das EWI für die Aufgabe vor.
Am 12. Juni übersandte das Ministerium dem EWI eine detaillierte Leistungsbeschreibung. Der Bericht umfasste zentrale Themen wie Strombedarfsprognosen, Versorgungssicherheit, Netzausbau, den Ausbau erneuerbarer Energien, Digitalisierung und die Entwicklung von Wasserstoff. Um die Frist einzuhalten, wurde statt einer umfassenden Studie eine Metaanalyse in Auftrag gegeben.
Fragen zum Vertrag kamen auf, als die Linksfraktion im Bundestag am 9. September eine Kleine Anfrage einreichte. Darin erkundigte sie sich nach dem Umfang des Berichts und möglichen Interessenkonflikten. Die Regierung antwortete, dass ihr keine personellen Überschneidungen zwischen EWI-Mitarbeitenden und früheren oder aktuellen Auftraggebern der Institute bekannt seien.
Allerdings ging die Regierung in ihrer Antwort nicht auf die Bitte um Details zu Kontakten, Treffen oder Vereinbarungen zwischen dem EWI und der Staatssekretärin Katherina Reiche im Zeitraum von September 2015 bis August 2025 ein.
Der Bericht wurde fristgerecht vorgelegt und behandelt zentrale Aspekte der deutschen Energiewende. Zwar wies die Regierung Interessenkonflikte zurück, doch blieb sie bei der Offenlegung früherer Interaktionen zwischen dem Institut und der Staatssekretärin unvollständig. Die Ergebnisse sollen nun als Grundlage für politische Entscheidungen dienen, während Deutschland seine Energieziele weiter vorantreibt.






