30 May 2026, 12:08

"Ende Gelände" eskaliert: Klimaproteste legen Ruhrgebiet lahm und fordern Polizei heraus

Größter Pipeline-Hersteller besetzt

"Ende Gelände" eskaliert: Klimaproteste legen Ruhrgebiet lahm und fordern Polizei heraus

Klimaschutzaktivist:innen der antikapitalistischen Allianz „Ende Gelände“ haben diese Woche im gesamten Ruhrgebiet Proteste veranstaltet. Die Demonstrationen richteten sich gegen den Ausbau fossiler Gasinfrastrukturen. Rund 1.500 Menschen beteiligten sich am Freitag an koordinierten Aktionen. An mehreren Orten griff die Polizei ein, was zu angespannten Auseinandersetzungen führte.

In Gelsenkirchen blockierten Aktivist:innen das Kraftwerk Scholven, wo derzeit der Bau einer neuen Gaseinheit geplant ist. Die Protestierenden installierten auf dem Gelände Solarpaneele, um auf Alternativen aus erneuerbaren Energien zu drängen. Unterdessen bestätigte das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen ein Polizeiverbot für eine separate Demonstration am Kraftwerk Gersteinwerk – die Organisator:innen kündigten jedoch an, trotzdem dorthin zu ziehen.

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In Hamm umstellte die Polizei Demonstrant:innen unter einer Brücke und warf ihnen vor, gegen das Vermummungsverbot verstoßen zu haben. Zuvor waren Aktivist:innen in Richtung Hauptbahnhof marschiert und hatten ein Transparent mit der Aufschrift „Energiekonzerne enteignen“ mitgeführt. Eine weitere Gruppe besetzte Gleisanlagen des Europipe-Werks in Mülheim an der Ruhr, dem größten Pipeline-Hersteller Europas.

Die Proteste legten auch Teile der Produktion im Hüttenwerk Friedrich Wilhelms Hütte lahm, das zum Rüstungskonzern KNDS gehört. Die Demonstrant:innen richteten sich gegen den Standort, während die Bundesregierung plant, sich an dem Unternehmen zu beteiligen. Für Samstag wird mit Tausenden weiteren Teilnehmenden bei einer Großkundgebung gerechnet, unterstützt von Umweltverbänden und der Klimaaktivistin Greta Thunberg.

Die Aktionen stehen für eine Welle des Widerstands gegen fossile Energieprojekte im Ruhrgebiet. Da weitere Demonstrationen geplant sind, bleibt das Verhältnis zwischen Organisator:innen und Polizei angespannt – die Allianz Ende Gelände hat deutlich gemacht, dass sie die Energiepolitik weiterhin herausfordern wird.

Quelle