18 April 2026, 04:09

Düsseldorfs Kirchenumbruch: Heilig-Geist-Gemeinde sucht nach neuer Bestimmung

Schwarz-weiß-Fotografie einer Stadt mit einer zentralen Kirche, umgeben von Gebäuden, mit Text unten.

Düsseldorfs Kirchenumbruch: Heilig-Geist-Gemeinde sucht nach neuer Bestimmung

Neue Seelsorgeeinheit verbindet linksrheinisches Düsseldorf mit der Innenstadt – Debatte über Kirchengebäude entfacht

Mit der Gründung einer neuen Seelsorgeeinheit, die das linksrheinische Düsseldorf mit dem Stadtzentrum verbindet, ist ein erster Schritt zur Umstrukturierung gemacht. Doch die Maßnahme wirft auch die Frage auf, wie viele Kirchengebäude tatsächlich noch benötigt werden. Das Erzbistum Köln steht unter finanziellem Druck und sieht sich mit einem schwindenden Bestand an pastoralen Mitarbeitenden konfrontiert – harte Entscheidungen zeichnen sich ab.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Im Mittelpunkt dieser Veränderungen steht die Heilig-Geist-Kirche in Büderich. Pfarrer Michael Berning und Caroline Klingen gestalten die Zukunft des Standortes aktiv mit, statt abzuwarten, bis über ihre Köpfe hinweg entschieden wird. Ihr Anliegen ist klar: Jede neue Nutzung muss den sakralen Charakter des Ortes wahren.

Derzeit wird ein detailliertes Konzept für das Pfarrzentrum, die angrenzende Wiese und die Kirche selbst erarbeitet. Denkbar wäre, das Gelände zu verpachten oder sogar zu verkaufen. Die Verantwortlichen in der Gemeinde hoffen jedoch, den kirchlichen Charakter zu bewahren und schlagen soziale Nutzungen vor – etwa ein Altenheim oder Jugendeinrichtungen.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die katholische Gemeinde in Büderich ist auf nur noch 6.300 Gläubige geschrumpft – und die Zahl sinkt weiter. Heute würde niemand mehr den Bau einer neuen Kirche in der Gegend in Erwägung ziehen, gäbe es die Heilig-Geist-Kirche nicht bereits. Doch trotz der absehbaren Schließungsschmerzen wird der Prozess Jahre dauern. Vorerst finden die Gottesdienste in Heilig Geist wie gewohnt statt.

Die finanziellen Zwänge lassen Einschnitte unvermeidbar erscheinen. Die düstere Haushaltslage des Erzbistums lässt wenig Raum für Sentimentalitäten – selbst bei geliebten Gebäuden. Die Frage bleibt: Wie viele Kirchen kann sich die Gemeinschaft auf Dauer noch leisten?

Die Zukunft von Heilig Geist wird sich schrittweise entwickeln, während die Gläubigen den Ort vorerst weiter nutzen. Alle Veränderungen müssen dem spirituellen Auftrag des Standortes gerecht werden, doch die finanziellen Realitäten engen die Möglichkeiten ein. Die in Büderich getroffenen Entscheidungen könnten wegweisend für andere von Schließungen bedrohte Gemeinden in der Region werden.

Quelle