14 March 2026, 12:29

Düsseldorfs "fiftyfifty"-Magazin kämpft ums Überleben – und damit viele Obdachlose

Eine Zeitung mit einer Zeichnung von zwei Personen, wobei eine sitzt und die andere steht, mit der Aufschrift "Die Obdachlosen Armen"

Düsseldorfs "fiftyfifty"-Magazin kämpft ums Überleben – und damit viele Obdachlose

Düsseldorfs "fiftyfifty"-Magazin, das von obdachlosen Verkäufer:innen angeboten wird, verzeichnet einen drastischen Rückgang der Verkaufszahlen. Die monatliche Auflage ist von einst 40.000 Exemplaren auf weniger als 12.000 gesunken. Der Einbruch spiegelt die allgemeinen Herausforderungen der Printmedien wider – und eine wachsende Ablehnung gegenüber denen, die sie verkaufen.

Das Magazin ist weit mehr als eine Einnahmequelle: Es finanziert lebenswichtige Projekte wie Wohninitiativen und Straßenhilfe. Ohne es könnten viele dieser Angebote wegbrechen.

"fiftyfifty" ist seit langem eine Überlebenshilfe für Obdachlose in Düsseldorf. Die Verkäufer:innen verdienen ihr Geld mit Würde und machen gleichzeitig auf das Thema Obdachlosigkeit aufmerksam. Zudem dient das Magazin als Plattform für politische Forderungen – es deckt Missstände auf und kämpft gegen Diskriminierung.

Seit der Pandemie sind die Verkaufszahlen jedoch eingebrochen. Ähnliche Straßenzeitungen in ganz Deutschland, darunter "Straßenfeger" in Berlin und "Pfefferkörnchen" in Hamburg, verzeichnen Rückgänge von 50 bis 80 Prozent. Weniger Passant:innen in den Innenstädten, steigende Inflation und der Trend zu digitalen Spenden haben dazu beigetragen. Gleichzeitig sehen sich die Verkäufer:innen – besonders solche mit Migrationshintergrund – zunehmend rassistischer Feindseligkeit ausgesetzt.

Um die gestiegenen Kosten zu decken, wurde der Preis für "fiftyfifty" auf 3,40 Euro angehoben. Das Magazin erscheint sowohl in gedruckter als auch in digitaler Form; die Variante "fiftyfifty-ObdachLOS" funktioniert wie eine Loskarte für den Online-Zugang. Weitere Finanzquellen sind Spenden und eine Wohltätigkeitsgalerie, die soziale Projekte wie medizinische Versorgung für Streunerhunde oder Wohnungsbauinitiativen unterstützt.

Doch "fiftyfifty" bedeutet mehr als nur Geld: Es gibt den Verkäufer:innen ein Gefühl von Zugehörigkeit und Schutz. Es hält das Thema Obdachlosigkeit im öffentlichen Diskurs präsent und verbindet Verkäufer:innen, Leser:innen und die Gesellschaft.

Der Verkaufseinbruch bedroht nicht nur das Magazin selbst, sondern das gesamte Unterstützungsnetzwerk, das es finanziert. Projekte wie Straßenhilfe und Wohninitiativen sind auf die Einnahmen angewiesen. Ohne Gegenmaßnahmen könnten diese Angebote – und die Würde, die sie vermitteln – für immer verloren gehen.

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