02 April 2026, 14:09

Digitale Gewalt unter Jugendlichen: Warum Prävention jetzt dringend nötig ist

Karte von Australien mit roten Bereichen, die den Prozentsatz von minderjährigen Teenagern in jedem Bundesstaat anzeigen, mit einer Bildunterschrift, die besagt: "Minderjährige Teenager können auf die Sex-Täter-Liste gesetzt werden, wenn sie einvernehmlichen Sex haben" unten.

Digitale Gewalt unter Jugendlichen: Warum Prävention jetzt dringend nötig ist

Digitale sexualisierte Gewalt unter Jugendlichen: Ein wachsendes Problem in Deutschland

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Fast die Hälfte aller Jugendlichen in Deutschland hat nach aktuellen Studien bereits Formen digitaler Misshandlung erlebt. Ein Pilotprojekt in Thüringen setzte sich mit dem Thema auseinander – doch Fachleute fordern mehr Engagement.

Zwischen 2021 und 2024 erreichten Präventionsworkshops zu digitaler sexualisierter Gewalt rund 5.000 Schülerinnen und Schüler in Thüringen. Yasmina Ramdani leitete die Veranstaltungen, die sich an Fünft- bis Achtklässler richteten. Das Projekt wurde vom Landesbeauftragten für den Kinderschutz finanziert und lief über drei Jahre, mit geplanten Neuauflagen nach den Sommerferien 2026.

Doch das Problem beschränkt sich nicht auf Gefahren durch Fremde. Viele Übergriffe passieren in Freundeskreisen oder Klassenchats – oft aus Naivität und mangelnder Medienkompetenz. Lehrer erkennen zwar die Dringlichkeit, fühlen sich aber häufig überfordert.

Cybergrooming als anhaltende Bedrohung Cybergrooming – also die gezielte Ansprache von Kindern durch Täter in Chats – bleibt eine der größten Gefahren. 2025 gab fast jedes vierte Kind an, bereits damit konfrontiert worden zu sein. Auch die Debatte um die Vorwürfe der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann, Christian Ulmen, lenkte die öffentliche Aufmerksamkeit auf digitale Gewalt als ernstzunehmendes Problem.

Eltern werden dazu aufgerufen, das eigene Online-Verhalten zu reflektieren und klare Regeln für ihre Kinder aufzustellen. Doch wie viele Schulen bundesweit seitdem ähnliche Präventionsprogramme eingeführt haben, ist nicht öffentlich dokumentiert.

Fazit: Pilotprojekt zeigt Wirkung – doch der Handlungsbedarf bleibt groß Die Thüringer Workshops erreichten Tausende Jugendliche, doch das Ausmaß des Problems ist enorm. Mit fast der Hälfte der jungen Menschen, die von digitaler sexualisierter Gewalt betroffen sind, stehen Schulen und Familien vor anhaltenden Herausforderungen. Die geplante Rückkehr des Pilotprojekts 2026 signalisiert zwar Kontinuität – doch flächendeckende Lösungen fehlen noch.

Quelle