Deutschlands Bevölkerung schrumpft bis 2045 – und die Arbeitskraft wird knapp
Ivana SchleichDeutschlands Bevölkerung schrumpft bis 2045 – und die Arbeitskraft wird knapp
Die Bevölkerung Deutschlands wird nun bis 2045 voraussichtlich um 2,9 Prozent auf etwa 81,1 Millionen Menschen schrumpfen. Diese überarbeitete Schätzung stammt vom Statistischen Bundesamt und stellt eine deutliche Verschärfung gegenüber früheren Prognosen dar. Die Entwicklung unterstreicht die wachsenden Sorgen um die künftige Arbeitskraft des Landes.
Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat in einer bisher unveröffentlichten Studie vor einem massiven Arbeitskräftemangel gewarnt. Bis 2036 könnte Deutschland eine Lücke von rund 4,3 Millionen Beschäftigten klaffen – bei nur 9,8 Millionen Menschen, die neu in den Arbeitsmarkt eintreten. Diese Zahl liegt deutlich über der IW-Prognose von 2024, die noch von knapp unter drei Millionen ausging.
Die potenzielle Erwerbsbevölkerung wird voraussichtlich um 6,9 Prozent sinken: von 55 Millionen im Jahr 2025 auf 51,2 Millionen im Jahr 2036. Das IW führt die verschlechterte Prognose auf restriktive Migrationspolitik und ein nachlassendes Interesse an Deutschland als Arbeitsstandort zurück.
Um die Krise zu bewältigen, schlägt der Bericht vor, das Arbeitskräftepotenzial zu erweitern. Die Politik wird aufgefordert, gezielt ausländische Fachkräfte anzuwerben und inländische Reserven besser zu nutzen – insbesondere bei Frauen mit Migrationshintergrund. Zudem empfiehlt das Institut, Arbeit durch finanzielle Anreize attraktiver zu gestalten, etwa durch Steuersenkungen und geringere Sozialabgaben. Dies könnte Vollzeitbeschäftigte dazu bewegen, ihre Arbeitszeit auszuweiten.
Die aktualisierten Prognosen verdeutlichen die Dringlichkeit, dem Arbeitskräftemangel in Deutschland entgegenzuwirken. Ohne Gegenmaßnahmen werden Bevölkerung und Erwerbsbevölkerung weiter schrumpfen. Die Politik steht nun vor der Herausforderung, wirksame Lösungen zu finden, um diesen Trend umzukehren.






