02 April 2026, 12:14

Deutsche Bahn schließt Reisezentren in Wuppertal und Solingen – Kritik an fehlender Unterstützung

Eine Gruppe von Menschen in der Nähe eines Zuges auf Schienen stehend, einige sitzen im Zug und andere auf dem Boden, vor Gebäuden und Bäumen mit Text "Ludwigs-Eisenbahn, die erste Bahnstation in Deutschland" unten.

Deutsche Bahn schließt Reisezentren in Wuppertal und Solingen – Kritik an fehlender Unterstützung

Deutsche Bahn schließt Reisezentren in Wuppertal und Solingen

Die Deutsche Bahn wird ihre Reisezentren an den Hauptbahnhöfen von Wuppertal und Solingen schließen. Der Schritt folgt dem Verlust einer wichtigen Einnahmequelle, nachdem der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) den Verkauf von Nahverkehrstickets an den Konkurrenten Transdev übertragen hatte.

Lokale Politiker kritisieren die Entscheidung scharf und warnen, dass besonders schutzbedürftige Fahrgäste ohne notwendige Unterstützung dastehen würden. Hintergrund der Schließungen ist eine Vertragsneuvergabe in der Region: Der VRR hatte kürzlich den Verkauf von ÖPNV-Tickets an Transdev vergeben, wodurch der Deutschen Bahn eine zentrale Einnahmequelle für ihre Vor-Ort-Dienstleistungen entfiel. Ohne diese Erträge hat sich das Unternehmen nun zum Rückzug aus beiden Standorten entschieden.

Die SPD-Politiker Josef Neumann, Dilek Engin und Andreas Bialas haben sich gegen die Pläne ausgesprochen. Engin betonte die Notwendigkeit persönlicher Beratung, insbesondere in chaotischen Reisesituationen. Bialas ergänzte, dass viele Reisende – vor allem ältere Menschen – digitale Angebote als verwirrend empfinden und auf Mitarbeiter angewiesen seien, etwa bei komplexen Buchungen oder spontanen Änderungen. Neumann warnte, dass sozial Benachteiligte und Senioren die Hauptlast der Schließungen tragen würden.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Deutsche Bahn treibt seit Jahren die Digitalisierung voran, etwa im Rahmen ihres Sofortprogramms Kundenkommunikation. Die Initiative zielt auf präzisere Daten, klarere Informationsanzeigen und einen besseren Kundenservice in Bahnhöfen, Zügen und online ab. Als Alternativen bietet das Unternehmen nun die DB Navigator-App, Fahrkartenautomaten, telefonische Unterstützung sowie den Verkauf in verbleibenden Reisezentren oder Agenturen an.

Auf die Frage, wie Reisende in Wuppertal und Solingen nach den Schließungen unterstützt werden sollen, lehnte ein Pressesprecher des Unternehmens, Dirk Pohlmann, eine Stellungnahme ab.

Die Schließungen beseitigen einen zentralen Anlaufpunkt für Fahrgäste in beiden Städten. Ohne persönliche Beratung müssen Reisende, die auf Mitarbeiterhilfe angewiesen sind, auf digitale Tools ausweichen oder anderswo Unterstützung suchen. Die Maßnahme spiegelt den größeren Trend der Deutschen Bahn wider, den Kundenservice zunehmend zu automatisieren und ins Internet zu verlagern.

Quelle