02 April 2026, 20:09

Böhmermanns provokante Kunstschau polarisiert im Berliner Haus der Kulturen der Welt

Plakat für den Salon des Humoristes in Paris mit einer Frau, die von einer Menge umgeben ist, und einem Text, der das Ereignis beschreibt.

Böhmermanns provokante Kunstschau polarisiert im Berliner Haus der Kulturen der Welt

Jan Böhmermanns umstrittene neue Ausstellung im Berliner Haus der Kulturen der Welt

Eine provokante neue Ausstellung des Satirikers Jan Böhmermann und seines Kollektivs Royal hat im Berliner Haus der Kulturen der Welt ihre Tore geöffnet. Unter dem Titel "Die Möglichkeit der Irrationalität" verbindet die Schau aufrührerische Kunst mit beißender politischer Satire. Bereits jetzt sorgen ihre markantesten Installationen für Gesprächsstoff – von einer schmelzenden Butterbüste Helmut Kohls bis zu einem Fernrohr, das direkt auf das benachbarte Bundeskanzleramt gerichtet ist.

Die Ausstellung zwingt die Besucher von Anfang an, sich mit ihrer Absurdität auseinanderzusetzen. An der Eingangstür müssen Handys abgegeben werden, um Ablenkungen auszuschalten, bevor es ins Innere geht. Eines der ersten Werke, auf das sie treffen, ist eine schlaff in einem Wasserbecken liegende, luftleere Freiheitsstatue. In der Nähe trägt eine ernste Frauenstimme "Land der Freien" vor – eine verzerrte Version der US-Nationalhymne –, die über den Innenhof hallt.

Eine Aktenvernichtungsmaschine zerstört alle 28 Minuten ein Stofftier, es sei denn, jemand zahlt 20 Euro, um es zu retten und ein Selfie damit zu machen. An anderer Stelle bietet eine Raucherkabine echte Zigaretten an, während ein "TV-Garten" für Independent-Publikum Live-Auftritte von Künstlern wie Domiziana, Mine und Ebow präsentiert. Das meistdiskutierte Exponat dürfte jedoch das Fernrohr sein: Es späht durch einen Spiegel direkt ins Büro des Nachbarn, des Bundeskanzlers, und verwandelt Überwachung in ein öffentliches Spektakel.

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Die Kontroverse entbrannte bereits vor der Eröffnung. Ein geplantes Konzert des Rappers Chefket wurde abgesagt, nachdem der Journalist Wolfram Weimer ihm Antisemitismus vorgeworfen hatte. Böhmermann konterte in seiner ZDF-Sendung "Neo Magazin Royale" am 28. März 2026 und bezeichnete die Vorwürfe als "absurde Hysterie", während er das Werk als Satire verteidigte. Die Gegenreaktion ließ nicht lange auf sich warten: Konservative Kommentatoren forderten seine Entlassung, eine Petition sammelte bis zum 1. April über 50.000 Unterschriften, und linke Medien stellten sich schützend vor ihn. Der Streit hat das Interesse an der Ausstellung nur weiter angeheizt, die noch bis zum 19. Oktober 2023 zu sehen ist.

Die Schau verwandelt das Haus der Kulturen der Welt in einen Ort, an dem Politik, Humor und Unbehagen aufeinandertreffen. Manche Installationen laden zum Spiel ein, andere zwingen die Besucher, sich mit Macht, Geld oder der eigenen Mittäterschaft zu konfrontieren. Ob sie nun Empörung oder Gelächter auslöst – "Die Möglichkeit der Irrationalität" sorgt dafür, dass niemand unverändert wieder geht.

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